Klauencheck Baden-Württemberg

Ein Projekt im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP-Agri)



Die Tiergesundheit von Rindern nachhaltig zu verbessern steht weiterhin im Fokus des LKVs.

Im Rahmen des Programmes Europäische Innovationspartnerschaft Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-AGRI) wurden im Sommer 2016 Projektmittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) für das Projekt KlauenCHECK BW genehmigt.

Das Gemeinschaftsprojekt von der Rinderunion, dem Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg Aulendorf, der Zuchtwertschätzstelle der Landesanstalt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und dem LKV BW hat zum Ziel, Befunddaten zur Klauengesundheit zu sammeln, auszuwerten und für Beratung und Tierzucht zu nutzen. Dadurch soll die Klauengesundheit auf baden-württembergischen Milchviehbetrieben effektiv verbessert werden.

Wie beim Gesundheitsmonitoring Rind BW auch, sollen die erfassten Daten in Auswertungen für Managementzwecke über den RDV4M bzw. RDV4Vet wieder zur Verfügung gestellt werden. Spezielle Auswertungen werden entwickelt. Weiter werden die Daten zur Klauengesundheit in anonymisierter Form an die Zuchtwertschätzstelle in Kornwestheim abgegeben, um für Besamungsbullen Zuchtwerte für Klauengesundheitsmerkmale, wie z. Bsp. Klauenrehe oder Mortellaro schätzen zu können. Erste Modelle zur Berechnung gibt es bereits.

Die Datenerfassung von Klauenbefunden erfolgt schwerpunktmäßig auf elektronischem Wege über spezielle EDV-Programme. Hierzu sollen professionelle Klauenschneider gewonnen werden, die Befunddaten bereits heute elektronisch dokumentieren. Daneben können Betriebsleiter die erhobenen Klauenbefunddaten Ihrer Tiere im RDV4M dokumentieren.

Über eine Umfrage des LKV Baden-Württemberg bei seinen 5.142 MLP-Betriebe wurden im Sommer 2016 Milchviehhalter zum Thema Klauenpflege befragt. Dabei zeigte es sich, dass in Baden-Württemberg etwa 100 professionelle Klauenpfleger auf den milchviehhaltenden Betrieben anzutreffen sind. Außerdem wurde deutlich, dass nur bei rund einem Drittel der Betriebe Klauenbefunddaten  überhaupt  dokumentiert werden. Innerhalb dieser Gruppe dokumentieren 78 % der Klauenpfleger die Befunddaten auf Papier, 22 % erfassen die Daten mit Hilfe eines EDV Programms. 

Bisher  nehmen  4  Klauenpflegerteams am Projekt teil. Die elektronisch erfassten Befunddaten werden über eine Schnittstelle automatisiert in den Datenbestand des LKV übergeben. Weitere am Projekt interessierte Klauenpfleger möchten mit der Dokumentation der Befunddaten auf Papier in das Projekt starten und wollen später auf eine elektronische Datenerfassung  wechseln. Aktuell haben sich bereits 122 landwirtschaftliche Betriebe für eine Teilnahme am Projekt entschieden. In den letzten Monaten wurden bereits Daten aus 33 Milchviehbetrieben von 3589 Tieren erhoben . Dabei wurden 9054 Diagnosen dokumentiert und in den Datenbestand  des  LKV  übernommen (Stand März 2018). Diese Daten können bereits im LKV-Herdenmanager (RDV4M) eingesehen werden.



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