Im Oktober 2007 haben die Milchauszahlungspreise der Molkereien im Bundesdurchschnitt erstmals die 40-Cent-Marke überschritten und damit ein neues Rekordniveau erreicht. Im Mittel aller Bundesländer lag der Erzeugerpreis für Milch mit 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß nach Schätzung der ZMP bei 40,8 Cent je Kilogramm. Darin sind alle Zu- und Abschläge, die von den Molkereien verrechnet wurden, enthalten. Die Schätzung für Oktober 2007 liegt innerhalb einer Spanne von 39,5 Cent je Kilogramm für Bayern und 44,2 Cent für Schleswig-Holstein. Im Vergleich zum September haben die Milchviehhalter zwischen 0,4 Cent (Schleswig-Holstein) und über 5 Cent (Hessen) mehr erhalten. Die Preisspitze scheint sich im Norden anzudeuten, während in Süddeutschland im November mit weiter steigenden Erzeugerpreisen zu rechnen ist. (ZMP)
„Die Trendwende am Milchmarkt ist endlich eingeleitet. Die Milchpreise werden sich auf einem wesentlich höheren Niveau als in den letzten Jahren stabilisieren“. Dies hob Udo Folgart, der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), auf dem „Forum pro Milch“ am 3. Dezember 2007 in Ostfriesland hervor. Milch sei zu einer richtigen Erfolgsgeschichte geworden mit positiven Konsequenzen für die Milchbauern. Nach vielen mageren Jahren sei auch für die Milchbauern eine Trendwende bitter nötig geworden, damit sie wieder schwarze Zahlen schreiben könnten. Daher seien höhere Milchpreise dringend notwendig und absolut gerechtfertigt. Die Milcherzeuger müssten investieren können, um die Zukunft ihrer Familien und Mitarbeiter zu sichern, sagte Folgart. Diese Situation sei sowohl Herausforderung als auch Chance insbesondere für die genossenschaftlichen Molkereien. Die in diesen bäuerlichen Vermarktungseinrichtungen vorhandenen Erfahrungen müssten dabei aber gleichzeitig auch genutzt werden, um diese Vermarktungsform in der Zukunft weiterhin attraktiv zu gestalten. „Und zwar attraktiv für die Mitglieder: die Milchbauern“, betonte Folgart. Der Schlüssel zur wirtschaftlichen Erhaltung der Milcherzeugung in Deutschland liege in dauerhaft besseren Markterlösen. Allerdings sind nach Auffassung Folgarts verlässliche Direktzahlungen der EU und ein gezielter Ausgleich für die gesellschaftlichen Leistungen der Milchbauern als Ergänzung damit nicht obsolet. Um glaubwürdig und verlässlich zu bleiben, müsse die Politik die erste und zweite Säule der EU-Agrarpolitik bis 2014/15 wie beschlossen umsetzen. Als richtig bezeichnete es Folgart in diesem Zusammenhang, dass das EU-Parlament der Einrichtung eines so genannten EU-Milchfonds zugestimmt habe. Dies sei auch eine wesentliche Forderung in der Bamberger Milchentschließung des Bauernverbandes gewesen. Vor dem Hintergrund deutlich verbesserter Absatzmärkte und des Rückzugs der EU aus der aktiven Marktgestaltung habe der Bauernverband die konkrete Ausgestaltung der künftigen Milchpolitik ausführlich über mehr als zwei Jahre diskutiert. In der Bamberger Milchentschließung, die mit einer Dreiviertel Mehrheit verabschiedet worden sei, hätten sich die Landwirte klar für ein Auslaufen der EU-Milchquoten-regelung nach 2015 ausgesprochen. Nun müsse es gelingen, dass der Übergang in das neue System für die Milcherzeuger behutsam vollzogen werde, „damit die gerade keimende Erfolgsgeschichte Milch auch zu einer robusten Pflanze wird“, sagte Folgart. (dbv)
Die kräftigen Preisaufschläge für Jungbullen haben die Abgabebereitschaft der Bullenmäster in der laufenden Woche stimuliert. Dennoch deckte das Angebot an Jungbullen oft nur knapp den Bedarf der Schlachtunternehmen. In weiten Teilen Deutschlands stiegen daher die Auszahlungspreise für Jungbullen nochmals.
Die Erzeuger hofften auf höhere Schlachtkuhpreise im Sog der gekletterten Jungbullen. Schlachtunternehmen schlossen sich diesen Forderungen aber nicht immer an. Letztendlich dürften die Erzeugerpreise für Schlachtkühe aber zumindest stabil bis leicht fester tendieren.

Die aktuelle Marktlage am Schlachtschweinemarkt 27.11.07
Der Markt für Schlachtschweine war von einem unverändert reichlichem Angebot und einer sehr stetigen Nachfrage der Schlachtunternehmen geprägt. Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine blieben für die laufende Berichtswoche unverändert.

Auszahlungspreise der Versandschlachtereien und Fleischwarenfabriken in Deutschland
(EUR/kg Schlachtgewicht, gewogenes Mittel, frei Schlachtstätte)
Preise für die Woche bis 15.11 2007

                                                                    +/- Ct gg. Vw
Schweine, Hkl. E           1,32  Euro/kg           0,00
Jungbullen, Hkl. R 3     3,01  Euro/kg           0,05
Färsen Hkl. R 3             2,85  Euro/kg           0,02
Kühe Hkl. O3                  2,25  Euro/kg           0,03
Kälber, pauschal           5,69  Euro/kg          -0,08
Lämmer, pauschal       3,80  Euro/kg          -0,02

Quelle: ZMP nach BLE.
Die Milchanlieferungen an die deutschen Molkereien haben den saisonalen Tiefpunkt durchschritten. In den meisten Regionen ist seit der 47. Woche wieder ein leichter Anstieg zu erkennen. Jedoch wird im Vergleich zum Vorjahr rund 2 Prozent weniger Milch erfasst.
Die Quotenausnutzung für den Zeitraum April bis Oktober 2007 beläuft sich nach Hochrechnungen der ZMP für Deutschland auf 98,9 Prozent. Damit ist die Ausschöpfung der Milchquote um 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr um die gleiche Zeit.
Der Absatz von Produkten aus dem weißen Sortiment verläuft kontinuierlich. Etwas belebt hat sich die Nachfrage nach abgepackter Butter. Die Preise sind unverändert. Demgegenüber haben die Preise für Blockbutter weiter nachgegeben. Die Exportnachfrage aus EU-Drittländern ist weiterhin sehr schwach. Am 28.11.2007 stellte die Butternotierung in Hannover mit 3,50 bis 3,70 Euro je Kilogramm eine im Vorwochenvergleich um 20 Cent je Kilogramm reduzierte Preisspanne für Blockware fest.
Der deutsche Käsemarkt präsentiert sich in Angebot und Nachfrage ausgeglichen. Die Preise sind auf dem Niveau der Vorwoche stabil.
Der Absatz von Magermilchpulver beschränkt sich weitgehen auf das Erfüllen bestehender Kontrakte. Neue Abschlüsse werden kaum getätigt. Ware in Futtermittelqualität wird zu etwas schwächeren Preisen gehandelt. Die ZMP ermittelte am 28. November 2007 für Magermilchpulver in Futtermittelqualität eine Preisspanne von 2.550 bis 2.650 Euro je Tonne.
ZMP GmbH, Bonn, 28.11.2007
Durchschnittsleistungen der Rassen 2007
(ganzjährig geprüfte Kühe)

Rasse

Prüf-

Anzahl

Milch

Fett

Eiweiß

jahr

kg

%

kg

%

kg

Fleck-

2006

87 982

6 391

4,19

267

3,47

222

vieh

2007

89 305

6 591

4,15

274

3,47

229

Diff.

---

+ 1323

+ 200

- 0,04

+ 7

+ 0

+ 7

Braun-

2006

32 145

6 641

4,25

283

3,60

239

vieh

2007

32 337

6 760

4,24

287

3,61

244

Diff.

---

+ 192

+ 119

- 0,01

+ 4

+ 0,01

+ 5

Vorder-

2006

4 813

5 446

4,17

227

3,34

182

wälder

2007

4 782

5 438

4,17

227

3,36

183

Diff.

---

- 31

- 8

+ 0

+ 0

+ 0,02

+ 1

Hinter-

2006

443

3 541

4,09

145

3,43

122

wälder

2007

420

3 465

4,04

140

3,45

119

Diff.

---

- 23

- 76

- 0,05

- 5

+ 0,02

- 3

Holstein-

2006

63 615

7 795

4,15

324

3,36

262

Sbt.

2007

65 342

7 934

4,14

329

3,38

2,68

Diff.

---

+ 1 727

+ 139

- 0,01

+ 5

+ 0,02

+ 6

Holstein-

2006

14 593

6 914

4,25

294

3,35

232

Rbt.

2007

13 955

7 067

4,23

299

3,37

238

Diff.

---

- 638

+ 153

- 0,02

+ 5

+ 0,02

+ 6

Alle

2006

205 077

6 869

4,19

288

3,44

236

Rassen

2007

207 656

7 034

4,17

293

3,45

243

Diff.

---

+ 2 579

+ 165

- 0,02

+ 5

+ 0,01

+ 7

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Die Europäische Kommission plant im kommenden Jahr eine Erhöhung der Milchquoten um 2 % in allen Mitgliedstaaten. Für die EU-11 würde dies eine zusätzliche Erhöhung über die bereits vorgesehenen 0,5 % hinaus bedeuten. Das geht aus einem unveröffentlichten Bericht zur Situation des EU-Milchmarktes hervor, den die Brüsseler Behörde für den Ministerrat zusammengestellt hat. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat bereits einen entsprechenden Verordnungsvorschlag in der Schublade, der im Dezember veröffentlicht werden soll. Sie folgt damit einer Aufforderung ,die die EU-Agrarminister im vergangenen September beim inoffiziellen Ratstreffen in Porto abgegeben hatten. Sollten die Pläne umgesetzt werden, dürften die deutschen Milchbauern im Wirtschaftsjahr 2008/09 annähernd 28,85 Mio t Milch anliefern, das wären 0,59 Mio t mehr als bislang vorgesehen und 0,70 Mio t mehr als 2007/08. Die Kommission begründet ihren Schritt damit, dass die Reform der EU-Agrarpolitik von 2003 mittlerweile umgesetzt und die künftige Marktlage besser abschätzbar sei. Die Brüsseler Behörde erwartet, dass der verarbeitende Sektor einen Anstieg der EU-Garantiemenge um 2,84 Mio t Milch vollständig aufnehmen könnte. Der zusätzliche Milchbedarf im Jahr 2014 wird gegenüber 2007 auf 8,0 Mio t geschätzt. Von einer Ausdehnung der Milchmenge ab 1. April 2008 verspricht sich die Kommission mehr Wahlmöglichkeiten für die Landwirte; die Nachfrage könnte sowohl auf dem Binnen- als auch auf dem Weltmarkt besser gedeckt werden. Wenn das Parlament zu einer schnellen Stellungnahme bereit ist, könnte die Regelung bereits im Februar oder März 2008 vom Ministerrat verabschiedet werden. Die Möglichkeit einer zusätzlichen Erhöhung der Garantiemenge war bereits im ursprünglichen Vorschlag der Agrarreform von 2003 vorgesehen. Im anschließenden Kompromiss vom Juni 2003 hatten sich die Agrarminister jedoch darauf geeinigt, für die Jahre 2007 und 2008 davon vorerst abzusehen. (ADR)
Im dritten Quartal 2007 wurden in Deutschland insgesamt knapp 1,8 Millionen Tonnen Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen produziert. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das 7,5% mehr als im dritten Quartal 2006. Zugenommen hat vor allem die Schlachtmenge aus Schweineschlachtungen (+ 7,7% gegenüber dem dritten Quartal 2006) und die von Geflügel (+11,6%). 1,5 Millionen Tonnen Fleisch stammen aus gewerblichen Schlachtungen (ohne Geflügel). Die Schlachtmenge im dritten Quartal 2007 setzte sich aus 1,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch, 276.000 Tonnen Rindfleisch, 9.000 Tonnen Kalbfleisch, 5.700 Tonnen Schaffleisch sowie 600 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch zusammen. Damit ist die Schlachtmenge aus gewerblichen Schlachtungen dieser Tierarten gegenüber dem dritten Quartal 2006 um 6,8% gestiegen. Die Zahl der Rinderschlachtungen (ohne Kälber) stieg um 1,2%. Ursache hierfür ist die deutliche Zunahme der Ochsen und Bullenschlachtungen (+ 7,2%) sowie der Schlachtungen von Färsen (+1,2%), während Schlachtungen von Kühen um 5,7% und Kälberschlachtungen um 8,3% sanken. (ADR)
Nach dem erstmaligen Auftreten der Blauzungenkrankheit in Deutschland am 21.8.2006 sind inzwischen (Stand: 02.11.2007) insgesamt 16.262 Fälle bestätigt worden (Rinder: 8.900 Fälle, Schafe: 7.230 Fälle, Ziegen: 92 Fälle und Wiederkäuer: 40 Fälle). Von den Restriktionsmaßnahmen sind inzwischen alle Bundesländer betroffen. Nur in Brandenburg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch freie Gebiete. Zum Schutz vor der Verschleppung der Blauzungenkrankheit werden seit dem 1. November 2007 die Vorgaben der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 der Kommission vom 26. Oktober 2007 (Amtsblatt EU Nr. L 283 Seite 37) angewendet. Mit dieser Verordnung wird die Entscheidung 2005/393/EG aufgehoben.
Bei der 23. Milchbörse am 2. November 2007 ermittelte der Deutsche Bauern-verband (DBV) einen gewogenen Quotenpreis für Deutschland von 35 Cent/kg. Gegenüber dem letzten Handelstermin ist dieser um 4 Cent/kg (10 Prozent) gesunken. Damit stellt dieser einen historischen Tiefststand seit Einführung der Börse dar. Für den Übertragungsbereich West wurde ein Handelspreis von 37 Cent/kg errechnet. Auch dieser ist der niedrigste seit Börseneinführung. Im Vergleich zum Julitermin ist er um 5 Cent/kg gefallen. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost lag bei 25 Cent/kg und ist damit im Vergleich zum letzten Handelstermin um 2 Cent/kg gestiegen. Insgesamt wurden rund 132 Millionen Kilogramm Milchquote gehandelt. Im Gegensatz zum letzten Handelstermin ist diesmal das Gesamtangebot an Milchquote mit rund 188 Millionen Kilogramm deutlich höher als die nachgefragte Milchquote mit 162 Millionen Kilogramm (Julitermin: Angebot 265 Millionen Kilogramm, Nachfrage 365 Millionen Kilogramm). Es wurden deutlich weniger Milchquoten nachgefragt als im langjährigen Vergleich.
Die Auswertung des Übertragungsbereiches West zeigt, dass in einigen Regionen wesentlich mehr Milchquote angeboten als nachgefragt wurde. Insbesondere in Hessen (fast das Vierfache), Baden-Württemberg sowie Rheinland-Pfalz (fast das Zweieinhalbfache) lag das Angebot über der Nachfrage. Im Übertragungsbereich West stellte nur Bayern eine Ausnahme dar, wo die Nachfrage leicht höher war als das Angebot. Die Anzahl der Nachfrager erreichte seit Börseneinführung einen der niedrigsten Werte. Von den 5.797 Gesamtnachfragern konnten 4.995 (86 Prozent) erfolgreich Quote kaufen. Von den insgesamt 4.120 Anbietern konnten 2.999. (73 Prozent) ihre Milchquote erfolgreich veräußern. Die Anzahl der Anbieter lag im Mittel der letzten Jahre. Die Auswertung der Milchquotenzugänge oder Abgänge der einzelnen Übertragungsstellen des Übertragungsbereiches West zeigt eine deutliche Quotenwanderung in Richtung Bayern mit rund 22 Millionen Kilogramm. Aber auch die Übertragungsstelle Niedersachsen (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg) konnte ein Plus von rund 749.000 Kilogramm verzeichnen. Damit hat sich der Trend des letzten Börsentermins umgekehrt, in dem deutlich mehr Quote in den Norden gegangen ist. Auch in Ländern wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben die Nachfrager ca. 80 Prozent ihrer nachgefragten Milchquote kaufen können. Dies verdeutlicht nochmals die erheblichen Unterschiede zwischen der Angebots- und Nachfragemenge in diesen Übertragungsstellen. (dbv)
Die neue Verordnung (1266/2007) über zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit ist vergangenen Samstag im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden und tritt am 1. November 2007 in Kraft. In der Verordnung, mit der die EU-Entscheidung 2005/393/EG außer Kraft gesetzt wird, werden Maßnahmen zur Umsetzung der Richtlinie 2000/75 präzisiert und harmonisiert. Der Spielraum der Mitgliedstaaten bleibt indessen recht groß. So bleibt es z. B. den zuständigen nationalen Behörden überlassen, ob sie 20 km-Zonen einrichten oder nicht. Die ADR setzt sich dafür ein, dass die der EU-Verordnung angepasste Bundes-verordnung nur die Einrichtung einer Restriktionszone in Deutschland vorsieht. Auch die genaue Abgrenzung der Restriktionszonen bleibt den Mitgliedstaaten vorbehalten. Für jeden Serotyp müssen die Mitgliedstaaten Restriktionsgebiete ausweisen, die dann im Sinne der neuen Verordnung als ein einziges Restrik-tionsgebiet – auch über EU-Mitgliedstaaten hinweg - behandelt werden. Verbringungen innerhalb dieses (nach Serotypen getrennten!) Gebietes sind frei. (ADR)