26.04.2007

Magermilchpulver so teuer wie nie

Die Preise für Magermilchpulver haben im April 2007 weltweit und in der EU ein noch nie erreichtes Niveau erklommen. Verantwortlich dafür ist das weltweit knappe Angebot: Langjährige Bestände sind komplett abgebaut, die Länder der Südhalbkugel haben wegen der saisonal gedrosselten Produktion und der Dürre in Australien momentan nichts zu verkaufen. So konzentriert sich die weltweite Nachfrage auf das Angebot der EU, wo seit einigen Jahren vor allem aufgrund der steigenden Käseproduktion immer weniger Magermilchpulver anfällt. Die festen Preise, die sich voraussichtlich noch zumindest bis in den Herbst hinein halten werden, machen inzwischen die Trocknung teilweise wieder lukrativer als die Herstellung von Frischmilchprodukten oder Käse. (ZMP)
 
20.04.2007

Länder gegen Abschaffung des Rinderpasses

Die von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer im Rahmen seiner Initiative zum Bürokratieabbau angekündigte Abschaffung des Rinderpasses stößt bei den Bundesländern auf Widerstand. In einem vom Agrarausschuss eingesetzten Unterausschuss hat sich eine Mehrheit der Länder für dessen Beibehaltung ausgesprochen. Der Rinderpass sei für den Tierhalter ein einfaches und sicheres Kontrollinstrument, mit dem er sicherstellen könne, dass seine Meldung bei der zuständigen Behörde korrekt erfasst worden sei. Der Rinderpass senke damit die Gefahr einer Sanktion im Rahmen der Cross-Compliance-Kontrollen zur Tierkennzeichnung, heißt es in der Stellungnahme des Unterausschusses zu der vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegten Neufassung der Viehverkehrsverordnung. Darin weisen die Länder darauf hin, dass die flächendeckende Einführung des Rinderpasses Jahre gebraucht habe und jetzt endlich gut eingespielt sei. "Die Landwirte haben dieses Instrument schätzen gelernt und halten daran fest", so der Unter-ausschuss. Demgegenüber hält das Bundeslandwirtschaftsministerium den Rinderpass zumindest beim innerstaatlichen Verbringen von Rindern für nicht mehr erforderlich. In seinem Verordnungsentwurf verweist das Ressort auf die damit einhergehenden Effekte der Verwaltungsvereinfachung und Entbürokratisierung. Der Agrarausschuss der Länderkammer wird sich am 23. April 2007 mit der Viehverkehrs-verordnung und den zahlreichen Änderungs-vorschlägen seines Unterausschusses befassen. Im Plenum steht die Vorlage aller Voraussicht nach am 11. Mai auf der Tagesordnung. (ADR)
 
12.04.2007

Neuwahlen beim LKV

Am 3. April 2007 fanden die Beiratssitzung und die Vertreterversammlung des LKV in Herrenberg statt. Die Umstellung auf den Rinderdatenverbund, die Erzeugerringberatung ohne Förderung, angepasste Gebühren in der Abteilung Tierkennzeichnung und die neu gewählten Verbandsgremien waren einige der Punkte der Tagesordnungen.
 
29.03.2007

Quotenausnutzung steigt weiter

Nach der jüngsten Hochrechnung der ZMP wurde die anteilige Milchgarantie- menge in Deutschland bis Ende Februar zu 99,6 Prozent genutzt. Damit ist die Quotenausnutzung im Vergleich zum Stand vier Wochen zuvor weiter gestiegen, und zwar um 0,4 Prozentpunkte. Nach Einschätzung der ZMP ist es noch offen, ob die Quoten bis Ende März vollständig beliefert werden oder nicht. Es ist möglich, dass es zu einer leichten Unterlieferung oder auch zu einer leichten Überlieferung kommt. Die Ausschöpfung wird voraussichtlich so nah bei 100 Prozent liegen, dass erst die Abrechnung des Hauptzollamtes im Juni Gewißheit bringen wird, ob unter- oder überliefert wurde.
 
28.03.2007

MIV rechnet mit Preissteigerungen für Milchprodukte auf breiter Front

Mit Preissteigerungen für Milchprodukte auf breiter Front rechnet der Milchindustrie Verband (MIV). Hintergrund sind die aktuell begonnenen Preisverhandlungen zwischen der Molkereiwirtschaft und den Einzelhandels- ketten für die kommende Vertragslaufzeit. Die steigende Nachfrage nach Milchpulver und gleichzeitig leergefegte Lager der Verarbeitungsindustrie ließen seit einigen Monaten weltweit die Preise für Milchpulver kontinuierlich anziehen, berichtete der MIV vergangene Woche in Bonn. Nachdem sämtliche Pulverbestände in der Europäischen Union verkauft gewesen seien, habe die EU-Kommission durch die Streichung der Beihilfen und Exportstützungen gegensteuern wollen. "Trotzdem ging der Preis durch die Decke", so MIV-Geschäftsführer Eckhard Heuser zur gegenwärtigen Marktlage. Obwohl die Milchanlieferungen an die Molkereien gestiegen seien, reiche aktuell das Angebot nicht zur Deckung der Nachfrage aus. Auch die Umstellung der Verarbeiter von Milch- auf Molkenpulver habe die Hausse nicht abschwächen können. Im Gegenteil: Auch die Notierungen für Molkenpulver hätten mit 1,30 Euro/kg nie gekannte Höchststände erreicht. Vor Jahresfrist sei für Molkenpulver noch 0,60 Euro/kg geboten worden. Nun gerieten auch die anderen Milchprodukte in den Sog dieser Entwicklung, denn im Vergleich zur Herstellung von Milchpulver lohne die aufwändige und kostenintensive Verarbeitung von Milch zu Milchfrischprodukten immer weniger. "Preisanpassungen für die Produkte des Kühlregals sind dringend notwendig, um die Versorgung nachhaltig zu sichern", betonte Heuser. Ansonsten müssten die Molkereien auf die Produktion von Milchpulver umsteigen, womit sie im Ausland höhere Erlöse erzielen könnten als mit Milchprodukten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. (ADR)
 
20.03.2007

Steensen: Aufzeichnung nicht praxistauglich

Jeder Tierhalter muss seinen Tierbestand regelmäßig überprüfen und darüber Aufzeichnungen führen. Aktuell sorgt eine Detailregelung, die unter Renate Künast als Landwirtschaftsministerin in die deutsche Tierschutznutztierhaltungs-verordnung eingebracht wurde, für große Unruhe unter den Tierhaltern. Die Kritik richtet sich gegen die Vorgabe, dass eine Aufzeichnung auch dann vorzunehmen ist, wenn es keine Beanstandungen gibt. Bauernverbandspräsident Otto-Dietrich Steensen hat sich daher schriftlich an Minister Dr. Christian von Boetticher gewandt mit der Bitte, sich auf Bundesebene für eine praxistaugliche Regelung einzusetzen. Steensen kritisiert, die Vorschrift sei „an bürokratischem Unsinn kaum mehr zu überbieten. Derzeit „müssen alle Tierhalter also tagtäglich aufschreiben, dass sie ihren Bestand überprüft haben und dass es keine besonderen Vorkommnisse gab“. Das erfordere einen hohen bürokratischen Aufwand und stoße auf keinerlei Akzeptanz bei den Betrieben, warnte der Präsident. Steensen fordert Minister von Boetticher in seinem Schreiben auf, sich in Berlin für eine Abänderung der Verordnung in diesem Punkt einzusetzen.
 
19.03.2007

Jungbullenpreise zurück zu alten Höhen?

Mit 3,04 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für Jungbullen der Handelsklasse R3 haben die hiesigen Landwirte im Mittel des Jahres 2006 erstmals seit über zehn Jahren wieder mehr als 3 Euro je Kilogramm erzielt.   Davor hatten sie eine lange Durststrecke zu überwinden, da die Preise infolge Marktstützungsmaßnahmen und insbesondere der BSE-Krise auf historische Tiefstände gesunken waren. Das daraus resultierende knappe Angebot in der gesamten EU - seit 2003 wird mehr Rindfleisch im- als exportiert - und die Entkoppelung der Agrarbeihilfen von der Produktion haben dann in den Jahren 2005 und 2006 für einen deutlichen Anstieg der Erzeugerpreise gesorgt, der angesichts der weiter rückläufigen Rind viehbestände in der EU vermutlich noch nicht am Ende angekommen ist. (ZMP)

 
19.03.2007

Milchanlieferung 2006 unter dem Vorjahr

Nach vorläufigen Berechnungen lag die Milchanlieferung an Molkereien in Deutschland im Jahr 2006 mit 26,85 Mio. t um 1,9 % unter dem Vorjahresergebnis (ohne Milchanlieferungen von Erzeugern aus anderen  EU-Mitgliedstaaten). Dabei fiel der Rückgang im früheren Bundesgebiet (- 1,7 %) geringer aus als in den neuen Ländern (- 2,7 %). Der Fett- und Eiweißgehalt der Anlieferungsmilch veränderte sich im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr nur minimal (Fettgehalt - 0,01 Prozentpunkte; Eiweißgehalt - 0,02 Pro zentpunkte). (bmelv)
 
19.03.2007

Wachsende Konkurrenz um Agrar Rohstoffe - Höhere Futterkosten

(aho/lme) - Die Futtermittelindustrie Europas wird sich mittel- und langfristig auf eine schärfere Konkurrenz bei der Beschaffung von landwirtschaftlichen Rohstoffen einstellen müssen. Gleichzeitig entstehen hierdurch für die Viehhaltenden Betriebe höhere Futterkosten. In dieser Analyse waren sich die rund 80 Teilnehmer aus der genossenschaftlichen Futterwirtschaft an der Fachtagung "Futterwirtschaft" des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) am 14./15. März 2007 in Münster einig. Mehr...