06.08.2007

Ursachen und Hintergründe steigender Milchpreise

(ZMP) Die Lage am Milchmarkt hat sich in den letzten Monaten radikal verändert. Seit einigen Wochen steigen die Preise für Milchprodukte stark an, mit Preis-sprüngen, die man am Milchmarkt aus der Vergangenheit nicht kennt. Oft wird der Nachfragesog vom Weltmarkt als Ursache genannt. (Mehr ...) 

 
03.08.2007

Tierkennzeichnung erfolgreich nach ISO 9001:2000 zertifiziert

Der Bereich Tierkennzeichnung des LKV Baden-Württemberg hat ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2000 eingeführt und ist zu Beginn des Jahres 2007 in das Zertifizierungsverfahren eingetreten. Beim Zertifizierungsaudit am 2. Juli 2007 wurde die Einführung und die Anwendung dieses Qualitätsmanagementsystems durch eine neutrale, anerkannte Stelle (Fa. EQ ZERT, Ulm) überprüft und bestätigt. Das Zertifikat wurde dem Bereich Tierkennzeichnung des LKV Baden-Württemberg am 17. Juli 2007 erteilt.

Wir sehen das Zertifikat als Bestätigung und Verpflichtung gegenüber dem Land Baden-Württemberg und den Tierhaltern in Baden-Württemberg.

Das Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg und die Tierhalter in Baden-Württemberg können sicher sein, dass die Abteilung Tierkennzeichnung des LKV auch in Zukunft ein zuverlässiger, kompetenter und qualitätsbewusster Partner ist.

 
05.07.2007

Milchgarantiemenge 2006/07 unterschritten

In den ersten drei Monaten des Kalenderjahres 2007 ist die Milchanlieferung in Deutschland um 4,3 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum 2006 gestiegen. Die Erhöhung fiel im Bundesgebiet West (+5,1 %) höher aus als im Bundesgebiet Ost (+ 1,5 %). Der Fettgehalt der Anlieferungsmilch lag in Deutschland in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres um 0,07 Prozentpunkte und der Eiweißgehalt mit 0,02 Prozentpunkten unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Trotz des Anstiegs in dem o.g. Quartal betrug die Milchanlieferung im Garantiemengenjahr 2006/07 einschließlich Fettkorrektur insgesamt nur ca. 27,812 Mio t. Das entspricht einer Unterlieferung von 0,3 % der Garantiemenge für das Garantiemengenjahr 2006/07 oder rund 95.500 t. Nach den vorläufigen Meldeergebnissen der Milchwirtschaft wurden zu Beginn des neuen Garantiemengenjahres 2007/08 im April 2,4 Mio t Milch und im Mai 2,5 Mio t an die Molkereien geliefert. Das war ein Anstieg von 3,4 % bzw. 1,0 % gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten. Die Veränderungen der Anlieferung resultieren aus der nicht ausgeschöpften Milchquote im Garantiemengenjahr 2006/07 sowie aus der Erhöhung der Milchquote ab dem Garantiemengenjahr 2007/08 um 0,5 %. (bmelv)
 
25.06.2007

Grenzen für Milcherzeugung in Übersee

Die Milcherzeugung in überseeischen Gebieten ist kaum steigerungsfähig. Dabei könne der Trend einer weltweit steigenden Nachfrage den europäischen Milchmarkt deutlich prägen, erwartet der Deutsche Bauernverband (DBV), Berlin. So sei die Milchproduktion in Neuseeland derzeit kaum steigerungsfähig, berichtet der DBV in einer aktuellen Pressemitteilung. Als Gründe dafür nennt der Verband die begrenzte Zahl der dort lebenden Milchkühe. Deren Reproduktionsrate lasse derzeit nur die Bestandsergänzung zu. Zusätzlich stehe nur ein knappes Flächenangebot zur Verfügung. Die Situation in Australien sei durch eine seit zwei Jahren herrschende Dürresituation gekennzeichnet. Dadurch müsse nach Einschätzung von Experten von einem Rückgang der australischen Milchproduktion von 8,5 Mio. t um 2 Mio. t ausgegangen werden. Zusätzliche große Milchmengen seien auch von Ländern wie Brasilien, den USA, Argentinien oder Mexiko nicht zu erwarten. Hinzu komme eine bremsende Wirkung durch den Ausbau der Bioethanolproduktion in diesen Ländern. Aus diesen Tatsachen lasse sich nach Einschätzung des DBV eine gute Entwicklung für die Milcherzeuger in Europa erwarten. (ED)

 
25.06.2007

Campina zahlt höheren Milchpreis

Das niederländische Molkereiunternehmen Campina zahlt spätestens ab August dieses Jahres einen um 5 Ct/kg höheren Vorschuss-Milchpreis an seine Mitglieder in den Niederlanden und Deutschland. Damit liegt der Preis im Durchschnitt dann bei 32,93 Ct/kg, teilte das Unternehmen mit. Die positiven Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel über höhere Verkaufspreise von Basismolkereiprodukten wie Milch, Joghurt und Quark habe diese Erhöhung ermöglicht. Außerdem sei eine erfreuliche Entwicklung bei Caseinat und auch für den Käsemarkt zu vermelden.

Die niederländische Molkerei arbeitet mit saisonalen Zu- und Abschlägen beim Milchpreis, um eine kontinuierliche Milchanlieferung sicherzustellen. Der Saison-zuschlag wird zusätzlich zu einem Grundpreis gezahlt, den das Unternehmen monatlich festlegt. Der so genannte Vorschusspreis entspricht auf der Jahresbasis 95 Prozent des erwarteten bar auszuzahlenden Endpreises. (dg)

 
25.06.2007

Bundesrat für Verzicht auf Rinderpass im innerstaatlichen Handel

Die Rinderhalter in Deutschland werden künftig aller Voraussicht nach zumindest ein Stück weit von bürokratischen Auflagen entlastet. Der Bundesrat sprach sich am vergangenen Freitag in seiner Stellungnahme zu der vom Bundeslandwirtschafts-ministerium vorgelegten Viehverkehrsverordnung dafür aus, beim Verbringen innerhalb Deutschlands künftig auf den Rinderpass zu verzichten. Rinderhalter müssten damit im innerstaatlichen Verkehr Besitzer- und Standortwechsel nur noch der Rinderdatenbank melden. Für wichtige Daten über das Rind dient das Stammdatenblatt, das den Rinderhaltern für jedes neu geborene Tier künftig auch in maschinenlesbarer Form zugeschickt wird. Eine Verpflichtung zur Weitergabe des Stammdatenblattes mit dem Rind soll damit aber nicht verbunden sein. Das Stammdatenblatt soll nach den Vorstellungen der Länderkammer nicht mehr kontrolliert werden. Damit drohen bei Fehlern in dem Begleitpapier nicht wie bisher Sanktionen im Rahmen von Cross Compliance. Beim Export von Rindern soll das Stammdatenblatt mit den notwendigen zusätzlichen Eintragungen ergänzt werden müssen. So soll jeder Besitzer des Tieres seine Registriernummer sowie das Datum des Zu- und Abgangs eingetragen haben müssen. Damit würde das Stammdatenblatt EU-rechtlich zu dem von Brüssel geforderten Tierpass. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer erklärte in Reaktion auf das Bundesratsvotum, er trage den Kompromiss mit, weil die Verpflichtung, eines nationalen Rinderpasses entfalle. Zudem könne das Stammdaten-blatt als Grundlage des für den innergemeinschaftlichen Handel oder den Export erforderlichen Rinderpasses dienen. "Wir haben das Entbürokratisierungspotential in der Viehverkehrsverordnung nicht ganz ausgeschöpft", bewertete Seehofer den Beschluss. In einer Entschließung forderte der Bundesrat die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für weitere Erleichterungen einzusetzen. Auch innerhalb der Gemeinschaft müsse künftig auf die bislang vorgeschriebenen Eintragungen zu den Vorbesitzern verzichtet werden, forderte der Bundesrat. Bis zur erforderlichen Änderung des EU-Rechts sollte nach Auffassung der Länderkammer durch eine Anpassung des Rinderregistrierungsdurchführungsgesetzes die Möglichkeit geschaffen werden, dass im Falle des Exports der jeweils letzte Besitzer eines Rindes das Stammdatenblatt mit allen notwendigen Eintragungen selbständig vervollständigen oder ausdrucken kann. Daneben sehen die Länder keine Notwendigkeit für eine Einzeltierkennzeichnung bei Schafen und Ziegen und verlangen eine entsprechende Anpassung der europäischen Vorgaben. (ADR)
 
21.05.2007

Jahrestagung des ALQ der ADR

Die Jahrestagung des Ausschusses für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (ALQ) der ADR fand am 07./08. Mai 2007 in Isny/Baden-Württemberg statt. Austragender Verband war der LKV Baden-Württemberg. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium bezeichnete in ihren Grußworten die Neutralität und Objektivität bei der Durchführung von Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht als ein Qualitätssiegel und einen Beitrag zum Verbraucherschutz. Der Fachbereich Leistungs- und Prüfungsqualität garantiere eine direkte Durchführung dieser Tests. Die Tierzucht leiste durch ihre Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Tiere und steigere damit Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbs- fähigkeit der Betriebe. Außerdem würden die durch diese Tiere gewonnenen Erzeugnisse verbessert. Dabei komme neben der Milch- und Fleischleistung weiteren Merkmalen wie Tiergesundheit, Fruchtbarkeit oder Langlebigkeit eine immer größere Bedeutung zu, so die Staatssekretärin. Ein Schwerpunkt der Tagung stellten die Erfassung, Weiterleitung, Verarbeitung und Auswertung funktionaler Merkmale in Bezug auf die Gesundheitsdaten nach dem zentralen Diagnoseschlüssel. Frau Dr. Egger-Danner, Zuchtdata Wien/Österreich, hielt einen Vortrag mit dem Thema „Stand, Ergebnisse und Erfahrungen bei der Einführung des Gemeinschaftsprojektes zur Verbesserung der Tiergesundheit in Österreich“. Sie zeigte auf, wie Tierärzte, Landwirte, Landeskontrollverbände, Rinderzuchtverbände und weitere Einrichtungen gemeinsam an der Einführung und Umsetzung dieses Programms arbeiten. Klaus Ditting gab einen Überblick über den Stand der Aktivitäten in Deutschland und berichtete über die Koordinierungsfunktion der ADR-Projektgruppe „Funktionale Merkmale“. Eine Arbeitsgruppe aus Zucht, Besamung, Leistungsprüfung und Rechenstellen hat jüngst einen Entwurf einer „ADR-Empfehlung zur Erfassung und Verwendung von Gesundheitsdaten beim Rind“ erarbeitet, der in den nächsten Monaten den ADR-Gremien und Rinderrassedachverbänden zur Stellungnahme vorgelegt wird. Alle Verbände haben im April 2006 die „ADR-Empfehlung 3.1 zur Leistungsprüfung für funktionale Merkmale bei Bullen und Kühen“ und damit auch die bundesweite Anwendung des zentralen Diagnoseschlüssels beschlossen. Dr. Golle-Leidreiter berichtete über ein neues Gemeinschaftsprojekt „Integriertes Tiergesund-heitssystem“ in Baden-Württemberg. Dr. Reents gab eine Übersicht über die Modalitäten und die Zeitschiene der Einführung eines ICAR-Qualitätszertifikats, welches ab Mitte 2009 das jetzige ICAR-Spezialsiegel ersetzen soll. In Vorbereitung darauf werden sich alle Landeskontrollverbände im Laufe dieses Jahres einem nationalen Leistungsvergleich im ICAR-Benchmarking-Service unterziehen. Dr. Pauw sprach über einige aktuelle Themen der Tierkennzeichnung. Dazu gehörten die beabsichtigte Gewebestanze lt. Entwurf der BVD-Bekämpfungsverordnung im Rahmen der Kennzeichnung der Rinder und den gegenwärtigen Stand zum Entwurf der Neufassung der Viehverkehrsverordnung, der die CC-Relevanz des Rinderpasses aufheben soll. Damit wird sich der Agrarausschuss des Deutschen Bundestages am 21. Mai 2007 befassen. (ADR)


 
21.05.2007

PSt Müller kündigt praxisfreundliche Umsetzung der EU-Tierschutztransportverordnung an

Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist um eine praxisfreundliche und wenig bürokratische Umsetzung der EU-Tierschutztransportverordnung bemüht. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Gerd Müller bekräftigte vergangene Woche die Absicht des Bundes, soweit wie möglich von den Ausnahmemöglichkeiten der Verordnung Gebrauch machen zu wollen. Man werde den vorhandenen Spielraum nutzen, die Verfahrensweise so pragmatisch wie möglich zu gestalten, kündigte der Staatssekretär an. Im Einzelnen nannte er den Zulassungsnachweis für Fahrzeuge, die Registrierungspflicht sowie verschiedene Anforderungen, wie sie für Langzeitbeförderungen gelten, beispielsweise die Temperaturmessung. Mit den Ländern werde man in Kürze klären, wie weit diese Ausnahmen gehen sollten. Entgegenkommen signalisierte Dr. Müller auch im Hinblick auf die lautgewordene Kritik an der geforderten Sachkundeschulung für Landwirte. Im Hinblick auf die Sachkunderegelung übernehme die EU allerdings lediglich Vorschriften, die bereits nach der bislang geltenden nationalen Tierschutztransportverordnung hätten angewendet werden müssen. Nach dem Wortlaut des Rechtstextes müssten diejenigen, die ihre Sachkunde nach der alten Verordnung erworben hätten, noch eine Schulung machen und die Bescheinigung nach der neuen Rechtsgrundlage vorweisen. Hier seien die nach Landesrecht zuständigen Behörden gefragt, das Verwaltungsverfahren so pragmatisch wie möglich zu gestalten, betonte der CSU-Politiker. Gleichzeitig prüfe die Bundesregierung derzeit, ob zwischen den Ländern eine Vereinbarung getroffen werden könne, dass insbesondere Landwirte für Transporte eigener Tiere bis 50 km bereits als qualifiziert gelten, wenn sie im Besitz einer Sachkundebescheinigung nach altem Recht seien. Damit könnte nach den Worten von Dr. Müller eine Sachkundebescheinigung eins zu eins umgeschrieben werden, falls es im Einzelfall keine Bedenken von Seiten der zuständigen Behörde gebe. Schließlich hob der Staatssekretär sein Interesse hervor, eine bundeseinheitliche Anwendung der Bestimmungen der EU-Tierschutztransportverordnung zu gewährleisten. Nachdem man sich bislang in Brüssel wiederholt, jedoch ohne Erfolg für EU-einheitliche Durchführungsbestimmungen eingesetzt habe, strebe man nun zumindest mit den Bundesländern ein gemeinsames Vorgehen an, erklärte Dr. Müller. (ADR)
 
02.05.2007

Konsummilch wird teurer - Höhere Milchpreise für Landwirte

(aho/lme) - Erstmals seit Jahren müssen Verbraucher damit rechnen, mehr für Milch ausgeben zu müssen. Hohe Weltmarktpreise, die wegen einer global wachsenden Nachfrage und der Dürre in Australien gestiegen sind, geben Molkereien und Bauern Rückenwind in den Verhandlungen mit dem Handel.  Mehr...
 
26.04.2007

Magermilchpulver so teuer wie nie

Die Preise für Magermilchpulver haben im April 2007 weltweit und in der EU ein noch nie erreichtes Niveau erklommen. Verantwortlich dafür ist das weltweit knappe Angebot: Langjährige Bestände sind komplett abgebaut, die Länder der Südhalbkugel haben wegen der saisonal gedrosselten Produktion und der Dürre in Australien momentan nichts zu verkaufen. So konzentriert sich die weltweite Nachfrage auf das Angebot der EU, wo seit einigen Jahren vor allem aufgrund der steigenden Käseproduktion immer weniger Magermilchpulver anfällt. Die festen Preise, die sich voraussichtlich noch zumindest bis in den Herbst hinein halten werden, machen inzwischen die Trocknung teilweise wieder lukrativer als die Herstellung von Frischmilchprodukten oder Käse. (ZMP)