26.11.2007

MLP-Jahresabschluss 2007

Durchschnittsleistungen der Rassen 2007
(ganzjährig geprüfte Kühe)

Rasse

Prüf-

Anzahl

Milch

Fett

Eiweiß

jahr

kg

%

kg

%

kg

Fleck-

2006

87 982

6 391

4,19

267

3,47

222

vieh

2007

89 305

6 591

4,15

274

3,47

229

Diff.

---

+ 1323

+ 200

- 0,04

+ 7

+ 0

+ 7

Braun-

2006

32 145

6 641

4,25

283

3,60

239

vieh

2007

32 337

6 760

4,24

287

3,61

244

Diff.

---

+ 192

+ 119

- 0,01

+ 4

+ 0,01

+ 5

Vorder-

2006

4 813

5 446

4,17

227

3,34

182

wälder

2007

4 782

5 438

4,17

227

3,36

183

Diff.

---

- 31

- 8

+ 0

+ 0

+ 0,02

+ 1

Hinter-

2006

443

3 541

4,09

145

3,43

122

wälder

2007

420

3 465

4,04

140

3,45

119

Diff.

---

- 23

- 76

- 0,05

- 5

+ 0,02

- 3

Holstein-

2006

63 615

7 795

4,15

324

3,36

262

Sbt.

2007

65 342

7 934

4,14

329

3,38

2,68

Diff.

---

+ 1 727

+ 139

- 0,01

+ 5

+ 0,02

+ 6

Holstein-

2006

14 593

6 914

4,25

294

3,35

232

Rbt.

2007

13 955

7 067

4,23

299

3,37

238

Diff.

---

- 638

+ 153

- 0,02

+ 5

+ 0,02

+ 6

Alle

2006

205 077

6 869

4,19

288

3,44

236

Rassen

2007

207 656

7 034

4,17

293

3,45

243

Diff.

---

+ 2 579

+ 165

- 0,02

+ 5

+ 0,01

+ 7

>>>

 
16.11.2007

Kommission plant zusätzliche Anhebung der Milchquoten ab 2008

Die Europäische Kommission plant im kommenden Jahr eine Erhöhung der Milchquoten um 2 % in allen Mitgliedstaaten. Für die EU-11 würde dies eine zusätzliche Erhöhung über die bereits vorgesehenen 0,5 % hinaus bedeuten. Das geht aus einem unveröffentlichten Bericht zur Situation des EU-Milchmarktes hervor, den die Brüsseler Behörde für den Ministerrat zusammengestellt hat. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat bereits einen entsprechenden Verordnungsvorschlag in der Schublade, der im Dezember veröffentlicht werden soll. Sie folgt damit einer Aufforderung ,die die EU-Agrarminister im vergangenen September beim inoffiziellen Ratstreffen in Porto abgegeben hatten. Sollten die Pläne umgesetzt werden, dürften die deutschen Milchbauern im Wirtschaftsjahr 2008/09 annähernd 28,85 Mio t Milch anliefern, das wären 0,59 Mio t mehr als bislang vorgesehen und 0,70 Mio t mehr als 2007/08. Die Kommission begründet ihren Schritt damit, dass die Reform der EU-Agrarpolitik von 2003 mittlerweile umgesetzt und die künftige Marktlage besser abschätzbar sei. Die Brüsseler Behörde erwartet, dass der verarbeitende Sektor einen Anstieg der EU-Garantiemenge um 2,84 Mio t Milch vollständig aufnehmen könnte. Der zusätzliche Milchbedarf im Jahr 2014 wird gegenüber 2007 auf 8,0 Mio t geschätzt. Von einer Ausdehnung der Milchmenge ab 1. April 2008 verspricht sich die Kommission mehr Wahlmöglichkeiten für die Landwirte; die Nachfrage könnte sowohl auf dem Binnen- als auch auf dem Weltmarkt besser gedeckt werden. Wenn das Parlament zu einer schnellen Stellungnahme bereit ist, könnte die Regelung bereits im Februar oder März 2008 vom Ministerrat verabschiedet werden. Die Möglichkeit einer zusätzlichen Erhöhung der Garantiemenge war bereits im ursprünglichen Vorschlag der Agrarreform von 2003 vorgesehen. Im anschließenden Kompromiss vom Juni 2003 hatten sich die Agrarminister jedoch darauf geeinigt, für die Jahre 2007 und 2008 davon vorerst abzusehen. (ADR)
 
16.11.2007

Fleischerzeugung steigt auch im 3. Quartal 2007

Im dritten Quartal 2007 wurden in Deutschland insgesamt knapp 1,8 Millionen Tonnen Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen produziert. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das 7,5% mehr als im dritten Quartal 2006. Zugenommen hat vor allem die Schlachtmenge aus Schweineschlachtungen (+ 7,7% gegenüber dem dritten Quartal 2006) und die von Geflügel (+11,6%). 1,5 Millionen Tonnen Fleisch stammen aus gewerblichen Schlachtungen (ohne Geflügel). Die Schlachtmenge im dritten Quartal 2007 setzte sich aus 1,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch, 276.000 Tonnen Rindfleisch, 9.000 Tonnen Kalbfleisch, 5.700 Tonnen Schaffleisch sowie 600 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch zusammen. Damit ist die Schlachtmenge aus gewerblichen Schlachtungen dieser Tierarten gegenüber dem dritten Quartal 2006 um 6,8% gestiegen. Die Zahl der Rinderschlachtungen (ohne Kälber) stieg um 1,2%. Ursache hierfür ist die deutliche Zunahme der Ochsen und Bullenschlachtungen (+ 7,2%) sowie der Schlachtungen von Färsen (+1,2%), während Schlachtungen von Kühen um 5,7% und Kälberschlachtungen um 8,3% sanken. (ADR)
 
15.11.2007

Situation der Blauzungenkrankheit in Deutschland

Nach dem erstmaligen Auftreten der Blauzungenkrankheit in Deutschland am 21.8.2006 sind inzwischen (Stand: 02.11.2007) insgesamt 16.262 Fälle bestätigt worden (Rinder: 8.900 Fälle, Schafe: 7.230 Fälle, Ziegen: 92 Fälle und Wiederkäuer: 40 Fälle). Von den Restriktionsmaßnahmen sind inzwischen alle Bundesländer betroffen. Nur in Brandenburg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch freie Gebiete. Zum Schutz vor der Verschleppung der Blauzungenkrankheit werden seit dem 1. November 2007 die Vorgaben der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 der Kommission vom 26. Oktober 2007 (Amtsblatt EU Nr. L 283 Seite 37) angewendet. Mit dieser Verordnung wird die Entscheidung 2005/393/EG aufgehoben.
 
15.11.2007

Quotenpreis auf Tiefststand gesunken

Bei der 23. Milchbörse am 2. November 2007 ermittelte der Deutsche Bauern-verband (DBV) einen gewogenen Quotenpreis für Deutschland von 35 Cent/kg. Gegenüber dem letzten Handelstermin ist dieser um 4 Cent/kg (10 Prozent) gesunken. Damit stellt dieser einen historischen Tiefststand seit Einführung der Börse dar. Für den Übertragungsbereich West wurde ein Handelspreis von 37 Cent/kg errechnet. Auch dieser ist der niedrigste seit Börseneinführung. Im Vergleich zum Julitermin ist er um 5 Cent/kg gefallen. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost lag bei 25 Cent/kg und ist damit im Vergleich zum letzten Handelstermin um 2 Cent/kg gestiegen. Insgesamt wurden rund 132 Millionen Kilogramm Milchquote gehandelt. Im Gegensatz zum letzten Handelstermin ist diesmal das Gesamtangebot an Milchquote mit rund 188 Millionen Kilogramm deutlich höher als die nachgefragte Milchquote mit 162 Millionen Kilogramm (Julitermin: Angebot 265 Millionen Kilogramm, Nachfrage 365 Millionen Kilogramm). Es wurden deutlich weniger Milchquoten nachgefragt als im langjährigen Vergleich.
Die Auswertung des Übertragungsbereiches West zeigt, dass in einigen Regionen wesentlich mehr Milchquote angeboten als nachgefragt wurde. Insbesondere in Hessen (fast das Vierfache), Baden-Württemberg sowie Rheinland-Pfalz (fast das Zweieinhalbfache) lag das Angebot über der Nachfrage. Im Übertragungsbereich West stellte nur Bayern eine Ausnahme dar, wo die Nachfrage leicht höher war als das Angebot. Die Anzahl der Nachfrager erreichte seit Börseneinführung einen der niedrigsten Werte. Von den 5.797 Gesamtnachfragern konnten 4.995 (86 Prozent) erfolgreich Quote kaufen. Von den insgesamt 4.120 Anbietern konnten 2.999. (73 Prozent) ihre Milchquote erfolgreich veräußern. Die Anzahl der Anbieter lag im Mittel der letzten Jahre. Die Auswertung der Milchquotenzugänge oder Abgänge der einzelnen Übertragungsstellen des Übertragungsbereiches West zeigt eine deutliche Quotenwanderung in Richtung Bayern mit rund 22 Millionen Kilogramm. Aber auch die Übertragungsstelle Niedersachsen (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg) konnte ein Plus von rund 749.000 Kilogramm verzeichnen. Damit hat sich der Trend des letzten Börsentermins umgekehrt, in dem deutlich mehr Quote in den Norden gegangen ist. Auch in Ländern wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben die Nachfrager ca. 80 Prozent ihrer nachgefragten Milchquote kaufen können. Dies verdeutlicht nochmals die erheblichen Unterschiede zwischen der Angebots- und Nachfragemenge in diesen Übertragungsstellen. (dbv)
 
15.11.2007

Neue europäische BT-Verordnung tritt am 1. November in Kraft

Die neue Verordnung (1266/2007) über zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit ist vergangenen Samstag im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden und tritt am 1. November 2007 in Kraft. In der Verordnung, mit der die EU-Entscheidung 2005/393/EG außer Kraft gesetzt wird, werden Maßnahmen zur Umsetzung der Richtlinie 2000/75 präzisiert und harmonisiert. Der Spielraum der Mitgliedstaaten bleibt indessen recht groß. So bleibt es z. B. den zuständigen nationalen Behörden überlassen, ob sie 20 km-Zonen einrichten oder nicht. Die ADR setzt sich dafür ein, dass die der EU-Verordnung angepasste Bundes-verordnung nur die Einrichtung einer Restriktionszone in Deutschland vorsieht. Auch die genaue Abgrenzung der Restriktionszonen bleibt den Mitgliedstaaten vorbehalten. Für jeden Serotyp müssen die Mitgliedstaaten Restriktionsgebiete ausweisen, die dann im Sinne der neuen Verordnung als ein einziges Restrik-tionsgebiet – auch über EU-Mitgliedstaaten hinweg - behandelt werden. Verbringungen innerhalb dieses (nach Serotypen getrennten!) Gebietes sind frei. (ADR)
 
13.11.2007

Aktuelle Ergebnisse der Zuchtwertschätzung verfügbar

Ab heute werden bei Zugriff auf die RDV4M-Auswertungen des LKV die neuesten Zuchtwerte angezeigt.
 
13.11.2007

Meldung von Eigenbestandsbesamungen über Internet in Baden-Württemberg

Seit Februar 2007 erfassen MLP-Mitgliedsbetriebe, die zugleich Eigenbestands-besamer bei der Rinderunion Baden-Württemberg sind, ihre Besamungsdaten online über das LKV-Mitgliederportal RDV4M. Wöchentlich erfolgt die Weiterleitung der aufgelaufenen Daten an die Besamungsstation. Über den LKV und die Hardware vor Ort erfolgt die Erstellung aller vom Betrieb sicher zu stellenden Dokumentationen. Dieser Meldeweg hat inzwischen einen Anteil von 61% an der Gesamtheit aller Onlinemeldungen an die Besamungsstation Herbertingen. Über das EDV-gestützte Herdenmanagement durch die LKV-Zuchtwarte kommen weitere 18% Anteil hinzu. Fast 80% Anteil in der Summe belegen damit überzeugend die hohe Akzeptanz des LKV-Serviceangebots für Eigenbestandsbesamer.
 
13.11.2007

Hitze belastet Fruchtbarkeit von Kühen

Laut einer neuen Forschungsarbeit über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Viehhaltung haben höhere Temperaturen einen starken Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Kühen. Seit Mitte der 1980er Jahre ist die Reproduktionsrate von Milchviehherden stark gesunken, trotz Fortschritte in Genetik und der Verwaltung von Herden. Viele Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit von Rindvieh. In dieser jüngsten Studie haben Wissenschaftler von der Freien Universität Barcelona in Spanien die Auswirkungen von Hitzebelastung auf die Empfängnisrate untersucht. Hitzebelastung besteht dann, wenn die Umgebungs-temperatur, die Strahlungsenergie, die Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit Bedingungen schaffen, bei denen die Temperatur über dem Rahmen der temperaturneutralen Zone der Tiere liegt. Die Wissenschaftler haben über drei Jahre lang die Daten von über 10.000 Besamungen in vier Herden analysiert. Mithilfe der Klimadaten einer nahegelegenen Wetterstation haben sie Hitzebelastungswerte der Tage direkt vor und nach jeder Besamung erarbeitet. Sie fanden heraus, dass hohe Hitzebelastungswerte in den kritischen Momenten die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Empfängnis verminderten. Zum Beispiel verminderte eine hohe Hitzebelastung drei Tage vor der Besamung die Fruchtbarkeitsrate, wahrscheinlich auf grund eines erfolglosen Eisprungs. Fehler beim Eisprung kamen bei der Besamung von Kühen während der warmen Periode (Mai bis September) 3,9 Mal häufiger vor als in den kälteren Monaten des Jahres. Eine Hitzebelastung am Tag der Befruchtung selber ist auch von Bedeutung, da die Hitze Auswirkungen auf Eier, Spermien und Embryonen haben könnte. Darüber hinaus vermindert eine hohe Höchsttemperatur am Tag nach der Befruchtung ebenfalls die Empfängnisrate. Die Forscher schlussfolgern, dass klimatische Faktoren scheinbar sehr relevant für die Empfängnis sind. Sie empfehlen, dass Landwirte sowohl die Temperatur (einschließlich der Höchsttemperatur) als auch die Luftfeuchtigkeit messen und so wissen, wann Maßnahmen zur Kühlung getroffen werden müssen. In der Studie führten lediglich Tageshöchsttempera-turen von 20 Grad Celsius und weniger zu einer vermehrten Fruchtbarkeit. (ADR)
 
13.11.2007

Agrarminister verlangen rasche Aufstockung der Milchquoten

In der Europäischen Union mehren sich die Rufe nach einer raschen Aufstockung der Milchquoten. Vor dem Hintergrund der knappen Versorgungs- lage am Milchmarkt verlangte die niederländische Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg vergangene Woche beim informellen Treffen mit ihren EU-Amtskollegen im portugiesischen Porto, die Quoten schon zu Beginn des nächsten Milchjahres im April 2008 um 2 % bis 3 % auszuweiten. Rückendeckung erhielt Verburg unter anderem aus Irland und Italien sowie Polen, das beim Treffen der EU-Agrarminister in dieser Woche eine Aufstockung um 5 % fordern will. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel zeigte sich durchaus aufgeschlossen gegenüber den Forderungen. Wenn es eine qualifizierte Mehrheit für die Ausweitung der Quoten gebe, werde sie einen entsprechenden Vorschlag präsentieren, versprach sie. Ein solches Szenario scheint durchaus möglich. Die traditionell liberal eingestellten Länder Dänemark, Schweden und Großbritannien dürften sich einem solchen Vorhaben kaum widersetzen, und auch Frankreich scheint der Maßnahme nicht abgeneigt. Deutschland, Österreich und Luxemburg können sich für eine Quotenauf-stockung schon zum nächsten Milchjahr hingegen nicht begeistern. Mit der Ausweitung der Quoten würden die derzeitigen EU-Milchpreise wohl unter Druck geraten. (ADR)