21.05.2007

Jahrestagung des ALQ der ADR

Die Jahrestagung des Ausschusses für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (ALQ) der ADR fand am 07./08. Mai 2007 in Isny/Baden-Württemberg statt. Austragender Verband war der LKV Baden-Württemberg. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium bezeichnete in ihren Grußworten die Neutralität und Objektivität bei der Durchführung von Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht als ein Qualitätssiegel und einen Beitrag zum Verbraucherschutz. Der Fachbereich Leistungs- und Prüfungsqualität garantiere eine direkte Durchführung dieser Tests. Die Tierzucht leiste durch ihre Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Tiere und steigere damit Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbs- fähigkeit der Betriebe. Außerdem würden die durch diese Tiere gewonnenen Erzeugnisse verbessert. Dabei komme neben der Milch- und Fleischleistung weiteren Merkmalen wie Tiergesundheit, Fruchtbarkeit oder Langlebigkeit eine immer größere Bedeutung zu, so die Staatssekretärin. Ein Schwerpunkt der Tagung stellten die Erfassung, Weiterleitung, Verarbeitung und Auswertung funktionaler Merkmale in Bezug auf die Gesundheitsdaten nach dem zentralen Diagnoseschlüssel. Frau Dr. Egger-Danner, Zuchtdata Wien/Österreich, hielt einen Vortrag mit dem Thema „Stand, Ergebnisse und Erfahrungen bei der Einführung des Gemeinschaftsprojektes zur Verbesserung der Tiergesundheit in Österreich“. Sie zeigte auf, wie Tierärzte, Landwirte, Landeskontrollverbände, Rinderzuchtverbände und weitere Einrichtungen gemeinsam an der Einführung und Umsetzung dieses Programms arbeiten. Klaus Ditting gab einen Überblick über den Stand der Aktivitäten in Deutschland und berichtete über die Koordinierungsfunktion der ADR-Projektgruppe „Funktionale Merkmale“. Eine Arbeitsgruppe aus Zucht, Besamung, Leistungsprüfung und Rechenstellen hat jüngst einen Entwurf einer „ADR-Empfehlung zur Erfassung und Verwendung von Gesundheitsdaten beim Rind“ erarbeitet, der in den nächsten Monaten den ADR-Gremien und Rinderrassedachverbänden zur Stellungnahme vorgelegt wird. Alle Verbände haben im April 2006 die „ADR-Empfehlung 3.1 zur Leistungsprüfung für funktionale Merkmale bei Bullen und Kühen“ und damit auch die bundesweite Anwendung des zentralen Diagnoseschlüssels beschlossen. Dr. Golle-Leidreiter berichtete über ein neues Gemeinschaftsprojekt „Integriertes Tiergesund-heitssystem“ in Baden-Württemberg. Dr. Reents gab eine Übersicht über die Modalitäten und die Zeitschiene der Einführung eines ICAR-Qualitätszertifikats, welches ab Mitte 2009 das jetzige ICAR-Spezialsiegel ersetzen soll. In Vorbereitung darauf werden sich alle Landeskontrollverbände im Laufe dieses Jahres einem nationalen Leistungsvergleich im ICAR-Benchmarking-Service unterziehen. Dr. Pauw sprach über einige aktuelle Themen der Tierkennzeichnung. Dazu gehörten die beabsichtigte Gewebestanze lt. Entwurf der BVD-Bekämpfungsverordnung im Rahmen der Kennzeichnung der Rinder und den gegenwärtigen Stand zum Entwurf der Neufassung der Viehverkehrsverordnung, der die CC-Relevanz des Rinderpasses aufheben soll. Damit wird sich der Agrarausschuss des Deutschen Bundestages am 21. Mai 2007 befassen. (ADR)


 
21.05.2007

PSt Müller kündigt praxisfreundliche Umsetzung der EU-Tierschutztransportverordnung an

Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist um eine praxisfreundliche und wenig bürokratische Umsetzung der EU-Tierschutztransportverordnung bemüht. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Gerd Müller bekräftigte vergangene Woche die Absicht des Bundes, soweit wie möglich von den Ausnahmemöglichkeiten der Verordnung Gebrauch machen zu wollen. Man werde den vorhandenen Spielraum nutzen, die Verfahrensweise so pragmatisch wie möglich zu gestalten, kündigte der Staatssekretär an. Im Einzelnen nannte er den Zulassungsnachweis für Fahrzeuge, die Registrierungspflicht sowie verschiedene Anforderungen, wie sie für Langzeitbeförderungen gelten, beispielsweise die Temperaturmessung. Mit den Ländern werde man in Kürze klären, wie weit diese Ausnahmen gehen sollten. Entgegenkommen signalisierte Dr. Müller auch im Hinblick auf die lautgewordene Kritik an der geforderten Sachkundeschulung für Landwirte. Im Hinblick auf die Sachkunderegelung übernehme die EU allerdings lediglich Vorschriften, die bereits nach der bislang geltenden nationalen Tierschutztransportverordnung hätten angewendet werden müssen. Nach dem Wortlaut des Rechtstextes müssten diejenigen, die ihre Sachkunde nach der alten Verordnung erworben hätten, noch eine Schulung machen und die Bescheinigung nach der neuen Rechtsgrundlage vorweisen. Hier seien die nach Landesrecht zuständigen Behörden gefragt, das Verwaltungsverfahren so pragmatisch wie möglich zu gestalten, betonte der CSU-Politiker. Gleichzeitig prüfe die Bundesregierung derzeit, ob zwischen den Ländern eine Vereinbarung getroffen werden könne, dass insbesondere Landwirte für Transporte eigener Tiere bis 50 km bereits als qualifiziert gelten, wenn sie im Besitz einer Sachkundebescheinigung nach altem Recht seien. Damit könnte nach den Worten von Dr. Müller eine Sachkundebescheinigung eins zu eins umgeschrieben werden, falls es im Einzelfall keine Bedenken von Seiten der zuständigen Behörde gebe. Schließlich hob der Staatssekretär sein Interesse hervor, eine bundeseinheitliche Anwendung der Bestimmungen der EU-Tierschutztransportverordnung zu gewährleisten. Nachdem man sich bislang in Brüssel wiederholt, jedoch ohne Erfolg für EU-einheitliche Durchführungsbestimmungen eingesetzt habe, strebe man nun zumindest mit den Bundesländern ein gemeinsames Vorgehen an, erklärte Dr. Müller. (ADR)
 
02.05.2007

Konsummilch wird teurer - Höhere Milchpreise für Landwirte

(aho/lme) - Erstmals seit Jahren müssen Verbraucher damit rechnen, mehr für Milch ausgeben zu müssen. Hohe Weltmarktpreise, die wegen einer global wachsenden Nachfrage und der Dürre in Australien gestiegen sind, geben Molkereien und Bauern Rückenwind in den Verhandlungen mit dem Handel.  Mehr...
 
26.04.2007

Magermilchpulver so teuer wie nie

Die Preise für Magermilchpulver haben im April 2007 weltweit und in der EU ein noch nie erreichtes Niveau erklommen. Verantwortlich dafür ist das weltweit knappe Angebot: Langjährige Bestände sind komplett abgebaut, die Länder der Südhalbkugel haben wegen der saisonal gedrosselten Produktion und der Dürre in Australien momentan nichts zu verkaufen. So konzentriert sich die weltweite Nachfrage auf das Angebot der EU, wo seit einigen Jahren vor allem aufgrund der steigenden Käseproduktion immer weniger Magermilchpulver anfällt. Die festen Preise, die sich voraussichtlich noch zumindest bis in den Herbst hinein halten werden, machen inzwischen die Trocknung teilweise wieder lukrativer als die Herstellung von Frischmilchprodukten oder Käse. (ZMP)
 
20.04.2007

Länder gegen Abschaffung des Rinderpasses

Die von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer im Rahmen seiner Initiative zum Bürokratieabbau angekündigte Abschaffung des Rinderpasses stößt bei den Bundesländern auf Widerstand. In einem vom Agrarausschuss eingesetzten Unterausschuss hat sich eine Mehrheit der Länder für dessen Beibehaltung ausgesprochen. Der Rinderpass sei für den Tierhalter ein einfaches und sicheres Kontrollinstrument, mit dem er sicherstellen könne, dass seine Meldung bei der zuständigen Behörde korrekt erfasst worden sei. Der Rinderpass senke damit die Gefahr einer Sanktion im Rahmen der Cross-Compliance-Kontrollen zur Tierkennzeichnung, heißt es in der Stellungnahme des Unterausschusses zu der vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegten Neufassung der Viehverkehrsverordnung. Darin weisen die Länder darauf hin, dass die flächendeckende Einführung des Rinderpasses Jahre gebraucht habe und jetzt endlich gut eingespielt sei. "Die Landwirte haben dieses Instrument schätzen gelernt und halten daran fest", so der Unter-ausschuss. Demgegenüber hält das Bundeslandwirtschaftsministerium den Rinderpass zumindest beim innerstaatlichen Verbringen von Rindern für nicht mehr erforderlich. In seinem Verordnungsentwurf verweist das Ressort auf die damit einhergehenden Effekte der Verwaltungsvereinfachung und Entbürokratisierung. Der Agrarausschuss der Länderkammer wird sich am 23. April 2007 mit der Viehverkehrs-verordnung und den zahlreichen Änderungs-vorschlägen seines Unterausschusses befassen. Im Plenum steht die Vorlage aller Voraussicht nach am 11. Mai auf der Tagesordnung. (ADR)
 
12.04.2007

Neuwahlen beim LKV

Am 3. April 2007 fanden die Beiratssitzung und die Vertreterversammlung des LKV in Herrenberg statt. Die Umstellung auf den Rinderdatenverbund, die Erzeugerringberatung ohne Förderung, angepasste Gebühren in der Abteilung Tierkennzeichnung und die neu gewählten Verbandsgremien waren einige der Punkte der Tagesordnungen.
 
29.03.2007

Quotenausnutzung steigt weiter

Nach der jüngsten Hochrechnung der ZMP wurde die anteilige Milchgarantie- menge in Deutschland bis Ende Februar zu 99,6 Prozent genutzt. Damit ist die Quotenausnutzung im Vergleich zum Stand vier Wochen zuvor weiter gestiegen, und zwar um 0,4 Prozentpunkte. Nach Einschätzung der ZMP ist es noch offen, ob die Quoten bis Ende März vollständig beliefert werden oder nicht. Es ist möglich, dass es zu einer leichten Unterlieferung oder auch zu einer leichten Überlieferung kommt. Die Ausschöpfung wird voraussichtlich so nah bei 100 Prozent liegen, dass erst die Abrechnung des Hauptzollamtes im Juni Gewißheit bringen wird, ob unter- oder überliefert wurde.
 
28.03.2007

MIV rechnet mit Preissteigerungen für Milchprodukte auf breiter Front

Mit Preissteigerungen für Milchprodukte auf breiter Front rechnet der Milchindustrie Verband (MIV). Hintergrund sind die aktuell begonnenen Preisverhandlungen zwischen der Molkereiwirtschaft und den Einzelhandels- ketten für die kommende Vertragslaufzeit. Die steigende Nachfrage nach Milchpulver und gleichzeitig leergefegte Lager der Verarbeitungsindustrie ließen seit einigen Monaten weltweit die Preise für Milchpulver kontinuierlich anziehen, berichtete der MIV vergangene Woche in Bonn. Nachdem sämtliche Pulverbestände in der Europäischen Union verkauft gewesen seien, habe die EU-Kommission durch die Streichung der Beihilfen und Exportstützungen gegensteuern wollen. "Trotzdem ging der Preis durch die Decke", so MIV-Geschäftsführer Eckhard Heuser zur gegenwärtigen Marktlage. Obwohl die Milchanlieferungen an die Molkereien gestiegen seien, reiche aktuell das Angebot nicht zur Deckung der Nachfrage aus. Auch die Umstellung der Verarbeiter von Milch- auf Molkenpulver habe die Hausse nicht abschwächen können. Im Gegenteil: Auch die Notierungen für Molkenpulver hätten mit 1,30 Euro/kg nie gekannte Höchststände erreicht. Vor Jahresfrist sei für Molkenpulver noch 0,60 Euro/kg geboten worden. Nun gerieten auch die anderen Milchprodukte in den Sog dieser Entwicklung, denn im Vergleich zur Herstellung von Milchpulver lohne die aufwändige und kostenintensive Verarbeitung von Milch zu Milchfrischprodukten immer weniger. "Preisanpassungen für die Produkte des Kühlregals sind dringend notwendig, um die Versorgung nachhaltig zu sichern", betonte Heuser. Ansonsten müssten die Molkereien auf die Produktion von Milchpulver umsteigen, womit sie im Ausland höhere Erlöse erzielen könnten als mit Milchprodukten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. (ADR)
 
20.03.2007

Steensen: Aufzeichnung nicht praxistauglich

Jeder Tierhalter muss seinen Tierbestand regelmäßig überprüfen und darüber Aufzeichnungen führen. Aktuell sorgt eine Detailregelung, die unter Renate Künast als Landwirtschaftsministerin in die deutsche Tierschutznutztierhaltungs-verordnung eingebracht wurde, für große Unruhe unter den Tierhaltern. Die Kritik richtet sich gegen die Vorgabe, dass eine Aufzeichnung auch dann vorzunehmen ist, wenn es keine Beanstandungen gibt. Bauernverbandspräsident Otto-Dietrich Steensen hat sich daher schriftlich an Minister Dr. Christian von Boetticher gewandt mit der Bitte, sich auf Bundesebene für eine praxistaugliche Regelung einzusetzen. Steensen kritisiert, die Vorschrift sei „an bürokratischem Unsinn kaum mehr zu überbieten. Derzeit „müssen alle Tierhalter also tagtäglich aufschreiben, dass sie ihren Bestand überprüft haben und dass es keine besonderen Vorkommnisse gab“. Das erfordere einen hohen bürokratischen Aufwand und stoße auf keinerlei Akzeptanz bei den Betrieben, warnte der Präsident. Steensen fordert Minister von Boetticher in seinem Schreiben auf, sich in Berlin für eine Abänderung der Verordnung in diesem Punkt einzusetzen.
 
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