13.11.2007

Hitze belastet Fruchtbarkeit von Kühen

Laut einer neuen Forschungsarbeit über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Viehhaltung haben höhere Temperaturen einen starken Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Kühen. Seit Mitte der 1980er Jahre ist die Reproduktionsrate von Milchviehherden stark gesunken, trotz Fortschritte in Genetik und der Verwaltung von Herden. Viele Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit von Rindvieh. In dieser jüngsten Studie haben Wissenschaftler von der Freien Universität Barcelona in Spanien die Auswirkungen von Hitzebelastung auf die Empfängnisrate untersucht. Hitzebelastung besteht dann, wenn die Umgebungs-temperatur, die Strahlungsenergie, die Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit Bedingungen schaffen, bei denen die Temperatur über dem Rahmen der temperaturneutralen Zone der Tiere liegt. Die Wissenschaftler haben über drei Jahre lang die Daten von über 10.000 Besamungen in vier Herden analysiert. Mithilfe der Klimadaten einer nahegelegenen Wetterstation haben sie Hitzebelastungswerte der Tage direkt vor und nach jeder Besamung erarbeitet. Sie fanden heraus, dass hohe Hitzebelastungswerte in den kritischen Momenten die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Empfängnis verminderten. Zum Beispiel verminderte eine hohe Hitzebelastung drei Tage vor der Besamung die Fruchtbarkeitsrate, wahrscheinlich auf grund eines erfolglosen Eisprungs. Fehler beim Eisprung kamen bei der Besamung von Kühen während der warmen Periode (Mai bis September) 3,9 Mal häufiger vor als in den kälteren Monaten des Jahres. Eine Hitzebelastung am Tag der Befruchtung selber ist auch von Bedeutung, da die Hitze Auswirkungen auf Eier, Spermien und Embryonen haben könnte. Darüber hinaus vermindert eine hohe Höchsttemperatur am Tag nach der Befruchtung ebenfalls die Empfängnisrate. Die Forscher schlussfolgern, dass klimatische Faktoren scheinbar sehr relevant für die Empfängnis sind. Sie empfehlen, dass Landwirte sowohl die Temperatur (einschließlich der Höchsttemperatur) als auch die Luftfeuchtigkeit messen und so wissen, wann Maßnahmen zur Kühlung getroffen werden müssen. In der Studie führten lediglich Tageshöchsttempera-turen von 20 Grad Celsius und weniger zu einer vermehrten Fruchtbarkeit. (ADR)
 
13.11.2007

Agrarminister verlangen rasche Aufstockung der Milchquoten

In der Europäischen Union mehren sich die Rufe nach einer raschen Aufstockung der Milchquoten. Vor dem Hintergrund der knappen Versorgungs- lage am Milchmarkt verlangte die niederländische Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg vergangene Woche beim informellen Treffen mit ihren EU-Amtskollegen im portugiesischen Porto, die Quoten schon zu Beginn des nächsten Milchjahres im April 2008 um 2 % bis 3 % auszuweiten. Rückendeckung erhielt Verburg unter anderem aus Irland und Italien sowie Polen, das beim Treffen der EU-Agrarminister in dieser Woche eine Aufstockung um 5 % fordern will. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel zeigte sich durchaus aufgeschlossen gegenüber den Forderungen. Wenn es eine qualifizierte Mehrheit für die Ausweitung der Quoten gebe, werde sie einen entsprechenden Vorschlag präsentieren, versprach sie. Ein solches Szenario scheint durchaus möglich. Die traditionell liberal eingestellten Länder Dänemark, Schweden und Großbritannien dürften sich einem solchen Vorhaben kaum widersetzen, und auch Frankreich scheint der Maßnahme nicht abgeneigt. Deutschland, Österreich und Luxemburg können sich für eine Quotenauf-stockung schon zum nächsten Milchjahr hingegen nicht begeistern. Mit der Ausweitung der Quoten würden die derzeitigen EU-Milchpreise wohl unter Druck geraten. (ADR)
 
01.10.2007

Kommission drängt auf eine neue Tiergesundheitspolitik

Die Europäische Kommission will die EU-Tiergesundheitspolitik auf eine neue Grundlage stellen. Damit der Aufwand für die Bekämpfungsmaßnahmen künftig in einem optimalen Verhältnis zum Nutzen steht, sollen die Tierseuchen in unterschiedliche Prioritätsklassen eingestuft und das für sie jeweils akzeptable Risikoniveau festgelegt werden. Das geht aus einem internen Entwurf für eine EU-Tiergesundheitsstrategie hervor, die die Kommission am Mittwoch dieser Woche veröffentlichen will. Bei den schwerwiegenden Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit und der ländlichen Wirtschaft müsse man versuchen, das Risiko auf ein vernachlässigbares Niveau zu reduzieren, heißt es darin. Um den bestmöglichen Einsatz der knappen Ressourcen zu gewährleisten, müssten die möglichen Maßnahmen jedoch auch bei "extrem prioritären" Bedrohungen einer Kosten-Nutzen- Analyse unterzogen werden. Die Kommission drängt ferner auf den Aufbau einer EU-weit einheitlichen Rahmenregelung für die Kostenteilung. Anstatt die Tierhalter bei einem Seuchenausbruch zu entschädigen, sollten sie an den anfallenden Kosten beteiligt werden. Auf diese Weise könnten die finanziellen Risiken für die Mitgliedstaaten eingedämmt werden. Im Gegenzug sollen die Landwirte bei der Durchführung von Biosicherheitsmaßnahmen unterstützt werden. Außerdem soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Tierhalter auch für indirekte Kosten von Tierseuchen zu entschädigen. Darüber hinaus verspricht sich die Brüsseler Behörde von der neuen Tiergesundheitspolitik einen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Kohärenz der Gemeinschaft. Dahinter verbirgt sich die Absicht, die Tierseuchen-beihilfen stärker auf tierarme Regionen zu lenken. Die Kommission will die Überarbeitung der EU-Tiergesundheitspolitik ferner dazu nutzen, um sich die ausschließliche Kompetenz für die Aushandlung von bilateralen Veterinär-abkommen zu sichern. Die Importbedingungen für Lebensmittel und tierische Produkte seien weitgehend harmonisiert; bei den Exportbedingungen sei das jedoch nicht der Fall, heißt es in dem Entwurf. Außerdem möchte die Kommission, dass neben den EU-Staaten auch die Gemeinschaft selbst Mitglied des Internationalen Tierseuchenamts (OIE) wird.
Nach Meinung der Kommission wird ein hohes Tiergesundheitsschutzniveau die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirte sichern und ihnen Exportmärkte erschließen. Für die Finanzierung der geplanten Maßnahmen nennt die Kommission eine ganze Reihe von Quellen. Dazu zählen unter anderen die Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik, der Solidaritätsfonds sowie die Schaffung neuer Haushaltslinien. Die neue Tiergesundheitspolitik soll bis 2013 gelten
 
01.10.2007

Blauzungenkrankheit erreicht Baden-Württemberg

Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg bei Rindern und Schafen durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt
Landkreise Main Tauber, Ortenau, Enzkreis und Heilbronn betroffen / Verdachtsfälle in den Landkreisen Rhein-Neckar, Karlsruhe Stadt und Land

Das Virus der Blauzungenkrankheit ist bei Proben von Rindern und Schafen aus Baden-Württemberg durch das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf – Diagnostikzentrum erstmalig festgestellt worden. Die Proben wurden bei Tieren aus dem Main-Tauber-Kreis, dem Landkreis Heilbronn, dem Enzkreis sowie dem Ortenaukreis entnommen, die jeweils typische Krankheitsanzeichen zeigten. Es handelt sich um die ersten Nachweise des Erregers im Südwesten. Das Friedrich-Loeffler-Institut als nationalem Referenzlabor hat die Befunde bestätigt. Die zuständigen Veterinärämter haben den Ausbruch der Blauzungenkrankheit amtlich festgestellt und die notwendigen Maßnahmen veranlasst. Weitere Verdachtsfälle wurden aus den Landkreisen Rhein-Neckar und Karlsruhe (Stadt und Land) gemeldet. Die amtliche Bestätigung hierfür steht noch aus.

Nachdem die Krankheit im letzten Jahr erstmalig in Deutschland aufgetreten war, ist das Geschehen seit Juni 2007 erneut aktiv. Die Übertragung erfolgt ausschließlich über Stechmücken, nicht von Tier zu Tier. Seither sind wieder über 4.500 Ausbrüche insbesondere in den schon letztes Jahr betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen aufgetreten. Die Krankheit befällt insbesondere Rinder und Schafe und ist seit langem in wärmeren Regionen (Mittelmeerraum, Afrika) bekannt. Das Virus kann nicht auf Menschen übertragen werden, eine Gesundheitsgefährdung besteht deshalb nicht. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigenpflichtige Viruserkrankung der Wiederkäuer, die mit Fieber und Ödemen infolge Gefäßschädigungen einhergehen kann. Ihr Verlauf kann mild bis hochgradig sein.

Die Blauzungenkrankheit führt zu wirtschaftlich nachteiligen Auswirkungen auf die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe durch die Erkrankung der Tiere und die Handelsbeschränkung ganzer Regionen. Da bisher durch den einzelnen Tierhalter nicht beherrschbar, wird die Krankheit staatlicherseits als Tierseuche bekämpft. Dies geschieht insbesondere durch die Reglementierung des Viehverkehrs, mit Transportbeschränkung und sonstigen Auflagen. Besonders restriktiv werden Beschränkungen beim Viehverkehr in und aus der sogenannten 20-Kilometer-Zone wirksam (20 Kilometer Radius um die betroffenen Betriebe). Neben diesen Sperrzonen werden Beobachtungszonen mit einem Radius von 150 Kilometer um den Ausbetrieb gebildet, indem ebenfalls Beschränkungen gelten.

Es wird davon ausgegangen, dass im Winterhalbjahr keine weiteren Infektionen stattfinden, da die Stechmücken als Überträger nicht mehr aktiv sind. Ein zugelassener Impfstoff für den in Deutschland auftretenden Virustyp existiert bislang nicht. Für das Jahr 2008 ist ein solcher Impfstoff angekündigt. (MLR)


 
06.09.2007

Blauzungenkrankheit erreicht Bayern und Thüringen

Die Blauzungenkrankheit hat jetzt auch in Bayern und Thüringen Einzug gehalten. Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in Riems hat gestern in vier Fällen die Blauzugenkrankheit bei Rindern in Bayern  bestätigt. Die Rinder stammen aus den Landkreisen Aschaffenburg, Bad Kissingen und Haßberge. Die Tiere wurden wegen des Vorliegens klinischer Symptomatik untersucht. Dies sind die ersten Blauzungen-Fälle in Bayern.

Erstmals ist auch in Thüringen die Blauzungenkrankheit bei einem Rind festgestellt worden. Nachdem das Landesamt für Lebensmittelsicherheit das Tier aus einem Jungrinderbetrieb im Wartburgkreis am Freitag positiv auf die Tierseuche getestet hatte, kam auch das nationale Referenzlabor am Freidrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems zu diesem Ergebnis, wie das Gesundheits- und Sozialministerium am Montag in Erfurt mitteilte. (ADR)

 
06.09.2007

Milcherzeuger erhalten deutlich mehr als vor zwölf Monaten

Der Milcherzeugerpreis für standardisierte Milch mit 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß dürfte im Juli 2007 nach einer Schätzung der ZMP im Bundesdurchschnitt bei gut 32,6 Cent je Liter gelegen haben. Damit wurde das Vormonatsmittel um 2,6 Cent (+8 Prozent) überschritten und die Erzeuger erhielten im Juli 2007 etwa sechs Cent mehr als vor einem Jahr (+23 Prozent). Die Milcherzeugerpreise sind nach Regionen und Molkereien stark differenziert. Für den August liegen die aktuellen Daten der ZMP demnächst vor, diese werden umgehend veröffentlicht. Die in Deutschland und Europa, aber auch weltweit sehr lebhafte Nachfrage nach Milch und Milchprodukten lässt auch in den kommenden Monaten ein weiteres Anziehen der Auszahlungspreise für die Milcherzeuger erwarten. Seit Anfang August sind bekanntlich die Butterpreise kräftig gestiegen und die Preise für Käse tendieren nun ebenfalls deutlich nach oben. Dies spricht zusätzlich für weitere Preiserhöhungen. Zum festen Preistrend trägt ebenfalls bei, dass auf der Seite der Erzeugung kurzfristig kein Anstieg der Milchmengen zu erwarten ist. (ZMP)
 
06.09.2007

Fischer Boel für Erhöhung der Milchquote

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat die jüngsten Preissprünge bei Agrargütern als Indiz für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gewertet und weitere Liberalisierungsschritte gefordert. "Die jüngsten Preisentwicklungen sind ein Zeichen für aktive Märkte und das ist genau das, was wir von der europäischen Landwirtschaft im Jahr 2007 wollen, erklärte die Dänin am vergangenen Donnerstag in einer Verlautbarung. Schließlich sei es bei der Argrarreform darum gegangen, die Landwirtschaft in der Europäischen Union wettbewerbsfähig und die Bewirtschafter fit für die Märkte zu machen. Als gute Nachricht bezeichnete Fischer Boel den derzeitigen Verzicht der Kommission auf Ausfuhrerstattungen für Milchprodukte.  Die Landwirte seinen in der Lage global ohne Exportunterstützung auszukommen. Allein dabei werde es aber nicht bleiben. "Ich habe sehr deutlich gemacht, dass wir die Milchquoten bis 2015 abschaffen sollten", betonte die Kommissarin. In der Zeit nach der Reform seien diese ein Anachronismus. Es sei auch falsch, dass Junglandwirte in einigen Ländern ein Vermögen für den Quotenerwerb ausgeben müssen.  Benötigt werde aber eine weiche Landung. man könne die Quote nicht von einem Tag auf den anderen abschaffen. "Die realistische Option ist eine schrittweise Erhöhung der Quote bis 2015. Diese Diskussion müssen wir nächstes Jahr beim Gesundheitscheck der Agrarpolitik führen", forderte Fischer Boel.

Dass größtenteils der Ausbau des Biotreibstoffsektors für die Preissteigerungen am Getreidemarkt verantwortlich sei, wies Fischer Boel zurück. In der Europäischen Union sei dies ein untergeordneter Faktor. Wichtiger seien die schwachen Ernten in vielen Weltregionen, das schlechte Wetter in Europa und die steigende Nachfrage aus Ostasien. "Auch hier habe ich meine Bereitschaft zum Handeln mit einer Senkung der Stilllegungsrate gezeigt", so Fischer Boel. Das gsamte Prinzip der obligatorischen Flächenstilllegung werde auf der Tagesordnung des Gesundheitschecks ganz oben stehen. Schweine- und Geflügelfleischproduzenten auf der ganzen Welt hätten sich mit höheren Getreidepreisen auseinanderzusetzen, auch in Niedrigkostenländern wie Brasilien. "Das wird zur Anpassung der Weltfleischpreise führen", unterstrich die Dänin. Sie hoffe, die europäischen Konsumenten seine bereit, für EU-Ware etwas mehr Geld auszugeben. Auf der Siegerseite stehe die EU stets bei Qualität, Tier- und Umweltschutz. (AgE)

 
14.08.2007

Neue Zuchtwerte

Für die MLP-Mitgliedsbetriebe sind seit dem 13.08.2007 über den RDV4M-Onlinezugang die neuen Zuchtwerte verfügbar.
Anmeldungen zu RDV4M nimmt jeder Zuchtwart entgegen.
 
06.08.2007

Ursachen und Hintergründe steigender Milchpreise

(ZMP) Die Lage am Milchmarkt hat sich in den letzten Monaten radikal verändert. Seit einigen Wochen steigen die Preise für Milchprodukte stark an, mit Preis-sprüngen, die man am Milchmarkt aus der Vergangenheit nicht kennt. Oft wird der Nachfragesog vom Weltmarkt als Ursache genannt. (Mehr ...) 

 
03.08.2007

Tierkennzeichnung erfolgreich nach ISO 9001:2000 zertifiziert

Der Bereich Tierkennzeichnung des LKV Baden-Württemberg hat ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2000 eingeführt und ist zu Beginn des Jahres 2007 in das Zertifizierungsverfahren eingetreten. Beim Zertifizierungsaudit am 2. Juli 2007 wurde die Einführung und die Anwendung dieses Qualitätsmanagementsystems durch eine neutrale, anerkannte Stelle (Fa. EQ ZERT, Ulm) überprüft und bestätigt. Das Zertifikat wurde dem Bereich Tierkennzeichnung des LKV Baden-Württemberg am 17. Juli 2007 erteilt.

Wir sehen das Zertifikat als Bestätigung und Verpflichtung gegenüber dem Land Baden-Württemberg und den Tierhaltern in Baden-Württemberg.

Das Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg und die Tierhalter in Baden-Württemberg können sicher sein, dass die Abteilung Tierkennzeichnung des LKV auch in Zukunft ein zuverlässiger, kompetenter und qualitätsbewusster Partner ist.

 
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