24.01.2011 RSS Feed

Die EU-Milchanlieferungen lagen von Jan - Nov 2010 1,3 % über Vj. Im November lag der Vorsprung bei 3,2 %, wobei mengenmäßig Frankreich, Deutschland, Irland und Großbritannien die höchsten Zuwächse haben.

Die seit Anfang 2010 zunehmend expansiven Tendenzen der deutschen Mehranlieferungen überschritten im September mit +4,5 % gg. VJ. ihren Höhepunkt. Zu Jahresbeginn lag der Vorsprung mit +1,9 % unter der für eine Quotenüberlieferung kritischen Grenze von +3 %, die Quotenausnutzung lag Ende November jedoch schon bei 99,9 % (Vj.: 98,8 %), so dass Superabgabe weiterhin realistisch sind.

An die Erzeuger wurden in Deutschland im November 32,8 ct/kg (+6,1 ct/kg gg. VJ. bei 3,7/3,4) ausgezahlt. In Baden-Württemberg stieg der Auszahlungspreis auf 33,5 ct/kg (+6,8 ct/kg gg. VJ). Für Dezember werden in Baden-Württemberg ebenfalls 33,5 ct/kg geschätzt. Der deutsche Erzeugerpreis für Bio-Milch (bei 4,2/3,4) konnte im Dezember mit 41,2 ct/kg die Spitze von 41,4 ct/kg im November nicht mehr halten.

Der Kieler Rohstoffwert hat im Dezember mit 30,7 ct/kg den Einbruch von 1,3 ct/kg im November wieder wett gemacht. Die Spotmarktpreise zeigen sich in Süddeutschland mit 30,5 ct/kg (-1,5 ct gg. Dez.) nach Weihnachten etwas schwächer, zumal Frankreich in Italien mit Preisen von 30 ct/kg die deutschen Exporteure derzeit aus dem Markt drängt. In den Niederlanden bleibt die Notierung unverändert bei 36,5 ct/kg (4,4 % Fett).

Der Buttermarkt zeigt sich im Januar nach der Korrektur im Dezember stabil. Mit knapp 3,70 €/kg werden zwar 20 ct/kg weniger erlöst. Die Nachfrage normalisiert sich seit dem Jahreswechsel jedoch wieder und Großhandelsware zieht im Preis wieder leicht an.

Die Pulvermärkte zeigen sich nach dem schwachen Spätherbst aktuell sehr fest. Unterstützt vom Weltmarkt liegt die Nachfrage bei Magermilchpulver über dem verfügbaren Angebot. Verkäufe aus der Intervention wurden vom Markt problemlos aufgenommen. Auch Molkenpulver notiert mit 0,83 €/kg fester.

Auch Schnittkäse zeigt sich bei niedrigen Beständen und saisonal unerwartet reger Nachfrage stabil bis fest. Unterstützt wird dies durch ein auflebendes Exportgeschäft, insbesondere in Richtung Russland. Zuletzt wurde Edamer mit 3,40 €/kg und Gouda mit 3,50 €/kg notiert.

Insgesamt blickt die Molkereiwirtschaft optimistisch auf das angebrochene Jahr. Saisonuntypisch zeigt sich die Nachfrage rege, die höhere Milchanlieferung wird problemlos aufgenommen.

 

Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, 21.01.11


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