Trotz der weiter steigenden Milchmengen zeigt sich der Markt erstaunlich fest. Mit Ausnahme der Niederlande stagnieren in den meisten anderen EU-Ländern die Anlieferungen bzw. sind weiter rückläufig. Weltweit zeigen sich nur in den USA leicht steigende Anlieferungen, Ozeanien bleibt weiter unter Vorjahr. Am Weltmarkt ist der Butterpreis im April und Mai sprunghaft bis auf derzeit 4,35 US-$/kg gestiegen (+2,35 US-$/kg gg. Vj). Er liegt damit über dem Spitzenniveau von rund 4 US-$/kg in 2007 und Ende 2009. MMP kostet derzeit rund 3,20 US-$/kg (+2,20 US-$/kg gg. Vj). In Euro umgerechnet liegen die Weltmarktpreise derzeit 10 bis 12 % über den deutschen Notierungen. Die Spotmarktpreise ziehen seit Ende März kontinuierlich an. Mitte Mai wurden in Süddeutschland 30,5 ct/kg, in Norddeutschland 30 ct/kg und in den Niederlanden 30,5 ct/kg notiert. Der Kieler Rohstoffwert konnte sich im April mit 27,4 ct/kg weiter befestigen.
An die Erzeuger wurden in Deutschland im Februar 26,4 ct/kg (+1,9 ct/kg gg. VJ bei 3,7/3,4) ausgezahlt. Für März wird laut AMI eine Befestigung auf 26,5 ct/kg erwartet. Für Baden-Württemberg werden die Erzeugerpreise für April von der LEL auf 27,5 ct/kg (+0,5 ct/kg gg. März) geschätzt. Der deutsche Erzeugerpreis für Bio-Milch (bei 4,2/3,4) konnte sich im Februar auf 39,7 ct/kg verbessern. Auch nach Ostern zeigte sich der Fettmarkt weiter fest, teilweise erinnern die letzten Wochen an die Preisrallye in 2007. Im Großhandel wurde geformte Ware zuletzt mit 3,12 €/kg bewertet. Entsprechend wurde zu Wochenbeginn Butter im LEH z.T. um 20 ct auf 1,05 €/250 g-Stück angehoben. Wie 2007 bleibt abzuwarten, wie der Verbraucher reagieren wird. Die Auslagerung von Interventionsbeständen beeindruckt den Markt bisher nicht.
Bei Schnittkäse ist eine rege Nachfrage in Inland und im Osteuropaexport zu verzeichnen. Bei knappen Beständen und voll ausgelasteter Produktion steigen auch hier die Preise stetig. Nach Überwinden der Widerstandslinie
des Handels bei 3 €/kg zeigen die Preise nun in Richtung 3,20 €/kg.
Bei Magermilchpulver zeigt sich die Nachfrage abwartend, nachdem bis Anfang Mai die Preise - angeregt vom Weltmarkt - auf rund 2,50 €/kg anzogen haben. Hier wird derzeit wohl die Auswirkung einer Auslagerung von Interventionsbeständen abgewartet. Der Markt zeigt derzeit gewisse Parallelen zur Entwicklung in 2007, auch dieses Mal unterstützt durch den Weltmarkt und verstärkt durch den fallenden Eurokurs. Moderate Trinkmilchabschlüsse Ende April dämpfen zwar den Anstieg, allen Marktbeteiligten ist jedoch bewusst, dass schnelle und starke Preissteigerungen mittelfristig wieder ins Gegenteil umschlagen können.
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, 20.05.10









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