Klauencheck BW : Ergebnisse der Umfrage (Sommer 2016)


Bisher war in Baden-Württemberg nicht bekannt, wie die Klauenpflege auf Milchviehbetrieben gehandhabt wird und ob, bzw. wie diese Daten dokumentiert werden. Um hier ein klares Bild zu bekommen, wurden im Sommer 2016 alle MLP-Betriebe durch ihre Zuchtwarte zum Thema Klauenpflege befragt.

Bei der Frage zur Häufigkeit des Klauenschnitts auf den Betrieben (Abb.1) gibt es keinen klaren Favoriten. Bei 26% der befragten Betriebe wird 1 mal pro Jahr und zusätzlich nach Bedarf die Klauenpflege durchgeführt und bei 21% werden 2 mal pro Jahr und nach Bedarf die Klauen geschnitten. Ausschließlich nach Bedarf werden bei 19% der befragten Betriebsleiter die Klauen der Milchkühe gepflegt. Wie der Betriebsleiter den Bedarf  eines Klauenschnittes bei  seinen Tieren einstuft, geht aus dieser Umfrage nicht hervor. Als Bedarf können Routinemaßnahmen gelten, wie z. Bsp. der  Klauenschnitt vor dem Trockenstellen oder akute Situationen, wie sie bei Lahmheiten auftreten.


Abb. 1 Frequenz der Klauenpflege

Abb. 1 Frequenz der Klauenpflege


Betriebseigenes  Personal  führt in jedem 2. Betrieb in Baden-Württemberg die Klauenpflege durch (Abb.  2). Ein professioneller Klauenpfleger übernimmt in jedem 3.Betrieb diese Aufgabe. Eine Kombination aus beiden Personenkreisen ist nur bei etwa jedem 10. Betrieb vorhanden.


Abb. 2 Klauenpflegepersonal

Abb. 2 Klauenpflegepersonal


Bei rund einem Drittel der Betriebe werden die Klauenbefunddaten dokumentiert (Abb.3). Immerhin sind dies in Baden-Württemberg rund 1.700 Betriebe.


Abb. 3 Dokumentation der Klauenbefunde

Abb. 3 Dokumentation der Klauenbefunde


Innerhalb dieser 1.700 Betriebe dokumentieren 78% die Befunddaten auf Papier. In 22% der Betriebe wird die Möglichkeit der elektronischen Dokumentation genutzt (Abb. 4). Diese Variante beinhaltet die Dokumentation in geeigneten Programmen durch den Betriebsleiter selbst, oder die Datenerfassung durch einen professionellen Klauenpfleger über dessen EDV-Programm.


Abb. 4 Dokumentierart der Klauenbefunde

Abb. 4 Dokumentierart der Klauenbefunde


Die Umfrage hat ferner ergeben, dass in Baden-Württemberg über 100 professionelle Klauenpfleger auf den milchviehhaltenden Betrieben anzutreffen sind.

In den kommenden Wochen wird der technische  Datenaustausch mit ersten professionellen Klauenschneidern getestet, die ihrerseits gemeinsam mit ihren Kunden großes Interesse an einer genauen Dokumentation und Auswertungen haben. Schwerpunktmäßig geht es hierbei um die korrekte Zuordnung der Befunde zum Einzeltier und dem Datenaustausch zwischen den EDV-Programmen der Klauenschneider und der Datenbank des LKV über eine Datenschnittstelle.

Die professionellen Klauenpfleger, die viele Kunden in Baden-Württemberg haben, werden nach und nach angesprochen, über das Projekt informiert und möglichst für eine Teilnahme gewonnen. Gleichzeitig werden auch die MLP-Mitgliedsbetriebe kontaktiert, die bereits Klauenbefunde selbst erfassen und genauer über KlauenCHECK BW informiert.

Der Datenschutz, immer ein wichtiger Punkt, ist auch in diesem Projekt für alle beteiligten Personen durch den LKV gesichert.


Homepage Umfrage Abb Logo